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Plädoyer für Blutzucker-Selbstmessung

Ärzte Zeitung

© Ärtze Zeitung 12.09.2006

Wer miterlebt hat, wie stark eine Tafel Schokolade den Blutzucker hochschnellen läßt, wird vorsichtiger

HAMBURG (grue). Typ-2-Diabetiker lernen in Schulungen, wie sie einen ungesunden Lebensstil ändern sollten. Den Erfolg ihrer Bemühungen können sie am Blutzuckerspiegel ablesen. Deshalb ist eine regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle auch bei nicht-insulinpflichtigen Diabetikern ratsam.

Dafür hat Professor Stephan Martin vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf plädiert. Bisher gibt es für Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie keine Empfehlungen, wann und wie oft sie ihren Blutzucker messen sollen. "Dabei könnte die Blutzucker-Selbstkontrolle wesentlich dazu beitragen, die in den Schulungen vermittelten Strategien zur Lebensstil-Änderung auch tatsächlich zu beherzigen", sagte Martin auf einer von Roche Diagnostics unterstützten Veranstaltung in Hamburg. Der Diabetologe schlägt vor, daß Patienten nach der Diagnose eines Typ-2-Diabetes oder eines erhöhten HbA -Werts ein Blutzuckertagesprofil 1C erstellen. Dazu bestimmen sie den Blutzucker jeweils vor und etwa zwei Stunden nach den Hauptmahlzeiten. Anschließend werden die Patienten motiviert, an einer Schulung teilzunehmen und ihren Lebensstil dem Gelernten anzupassen. Der Erfolg der Maßnahmen kann durch ein erneutes Blutzuckertagesprofil überprüft werden.

»Selbstkontrolle ist auch ohne Insulintherapie ratsam.«

Durch Blutzuckermessungen wird den Patienten zum Beispiel auch deutlich, daß eine Tafel Schokolade die Blutglukose enorm hochschnellen läßt. "Diese Erfahrung bestimmt das künftige Verhalten stärker als jedes Basiswissen", sagte Martin. Langfristig seien dann pro Woche nur noch zwei bis drei Messungen des Nüchternblutzuckers nötig.

Der Diabetologe stützt seine Empfehlungen auf die Ergebnisse der deutschen ROSSO-Studie, in der bei über 3000 Typ-2-Diabetikern der Verlauf der Erkrankung durchschnittlich 6,5 Jahre beobachtet worden ist. Wer dabei mindestens ein Jahr regelmäßig den Blutzucker gemessen hatte, bei dem war das Sterberisiko im Vergleich zu den nicht-messenden Patienten nur halb so hoch (4,6 Prozent versus 2,7 Prozent).

Patienten-Informationen zur Blutzucker-Selbstkontrolle bietet die Broschüre "Neustart Diabetes" mit einem Blutzucker-Lineal und Tabellen für das Blutzucker-Tagesprofil. Das Heft der Stiftung "Chance bei Diabetes" kann unter der Telefonnummer 0 18 05 / 71 07 12 angefordert werden. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Internet unter www.chance-bei-diabetes.de 

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Gesundes Leben mit Diabetes

© Senioren Diabetiker 10/2006

Eigenverantwortung ist gefragt

Die regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle, eine ausgewogene Ernährung und mehr körperliche Aktivitäten sind die wichtigsten Bausteine einer erfolgreichen Therapie des Diabetes Typ 2. Je aktiver und engagierter der Patient hierbei mitarbeitet, desto besser stehen seine Chancen, trotz der Stoffwechselstörung ein langes, gesundes Leben führen und vor allem die gefürchteten Folgeschäden herauszögern zu können. Hier setzt die neue "EigenInitiative" an, die erste große Aktion der im Februar gegründeten Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes".

Die Initiative will Diabetiker in ihrer Eigenverantwortung unterstützen und zu einem bewussten Umgang mit der Stoffwechselerkrankung motivieren. Sie klärt Betroffene, Angehörige und auch Ärzte darüber auf, wie Patienten durch mehr Bewegung, bewusste Ernährung und die regelmäßige Messung des Blutzuckerspiegels langfristig Folgeerkrankungen vermeiden können.
Konkrete Handlungsanweisungen für Diabetiker, die Orientierung im Alltag bieten, wurden in der Broschüre "Neustart Diabetes" der Initiative zusammengefasst. Der Leser erhält Tipps, wie er anhand eines Blutzucker-Tageprofils ein Gefühl dafür bekommt, wie sich Ernährung und Bewegung auf den Glukosewert auswirken und wie er ein gesünderes Leben mit mehr Bewegung und einer gesünderen Ernährung starten kann. Die so genannte ereignisgesteuerte Blutzuckermessung, z.B. nach einem Stück Kuchen oder nach körperlicher Aktivität, macht die Patienten unmittelbar mit den Konsequenzen ihres Handelns vertraut.

Die größte Motivation für Diabetiker ist wahrscheinlich, dass sie schon nach kurzer Zeit erkennen, dass sich selbst kleine Änderungen des Lebensstils positiv auf die Blutzuckerwerte auswirken. So reichen z.B. dreimal pro Woche eine halbe Stunde Sport oder drei Kilo weniger auf der Waage, um das Blutzuckerprofil zu verbessern.

Die Broschüre "Neustart Diabetes" kann auf der Internetseite www.chance-bei-diabetes.de heruntergeladen oder direkt bei der Stiftung "Chance bei Diabetes" unter der kostenfreien Rufnummer 0800 - 99 88 783 bestellt werden.

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Tut was!

© WDV-Verlag 2006/08
Interview im
Accu-Chek Journal

Karl Moik, der "Vater des Musikantenstadls", engagiert sich als Botschafter für die Stiftung "Chance bei Diabetes". Deren Ziel ist es, den Typ-2-Diabetes durch eine Änderung des Lebensstils in den Griff zu bekommen.

Accu-Chek Jounal: Herr Moik, wann wurde bei Ihnen festgestellt, dass Sie Diabetes haben?
Karl Moik: Das war 1994, als ein Freund von mir mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Den habe ich dann öfters besucht und bin dabei auch mit den Krankenschwestern und den Ärzten ins Gespräch gekommen, unter denen ich viele Fans hatte. Die haben mich häufig zu Kaffee und Kuchen eingeladen, und dabei haben wir uns auch über die Erkrankung meines Freundes unterhalten. Ich wollte wissen, was die Gründe sind, dass man einen Schlaganfall bekommt. So sind wir auch auf Diabetes als eine mögliche Ursache gekommen. Die Krankenschwestern haben mich dann eingeladen, auch meinen Blutzucker zu testen. Also bin ich zwei Tage später mit nüchternem Magen zum Messen gekommen, und da hat sich herausgestellt, dass ich Diabetes habe.

Hat das dann sofort zu großen Veränderungen in Ihrem Lebensstil geführt?

Zunächst nicht, weil ich ja überhaupt keine Beschwerden hatte. Mein Arzt hat mir damals Tabletten verschrieben, die ich aber nur sehr unregelmäßig eingenommen habe. Meine persönliche Nachlässigkeit wurde noch dadurch begünstigt, dass ich sehr viel auf Tournee war und dabei an manchen Tagen bis zu 18 Stunden gearbeitet habe. Das schien auch eine lange Zeit gut zu gehen, bis es dann im Jahre 2002 zu einem einschneidenden Zwischenfall gekommen ist.

Was ist da passiert?
Ich war von der Karnevalsgruppe "Blaue Funken" aus Köln eingeladen worden, beim großen Umzug auf dem Präsidentenwagen mitzufahren. Am Abend wurde dann gefeiert, und bei dieser Veranstaltung hatte ich plötzlich einen Schweißausbruch und Schmerzen in der Brust. Natürlich wurde sofort ein Notarzt gerufen, der auch gleich die richtige Vermutung hatte: Herzinfarkt. Man hat mich daraufhin so schnell wie möglich in die Klinik gebracht. Dort habe ich in einer mehrstündigen Herzoperation einen dreifachen Bypass bekommen.

War dieser Einschnitt so etwas wie ein heilsamer Schock für Sie?
Das kann man sagen. Von diesem Zeitpunkt an habe ich Insulin gespritzt und bin mit meinem Diabetes nicht mehr so schlampig umgegangen, wie zuvor. Ich habe meine Ernährung geändert und 12 Kilo abgenommen, was traumhaft war, weil ich mich wesentlich wohler gefühlt habe. Früher war ich oft einfach zu gemächlich, aber in der Reha-Klinik habe ich mir vorgenommen: Jetzt wirst du ein aktiver Bua!
An meiner Lebensführung hat sich seither auch einiges geändert: Ich gehe jeden Morgen 20 Minuten in die Sauna, ich schwimme jeden Tag eine halbe Stunde, ich fahre Fahrrad und ich geh’ mit dem Hund spazieren. Außerdem ernähre ich mich heute auch gesundheitsbewusst. Und wenn ich dabei mal ein wenig nachlässig werde, dann ist da immer noch meine Frau. Die passt natürlich auch auf, was ich esse!
Dass sich diese verstärkte Bewegung und die Umstellung meiner Ernährungsgewohnheiten sehr positiv auf meine Gesundheit auswirkt, kann ich jeden Tag auf meinem Blutzuckermessgerät ablesen. Denn mit meinen Werten bin ich seit zwei Jahren sehr zufrieden. Meine Ärzte freuen sich darüber natürlich auch.

Wie oft testen Sie Ihren Blutzucker?
Normalerweise messe ich etwa drei bis vier Mal am Tag. Es ist mir sehr wichtig, meinen genauen Blutzuckerwert zu kennen. Denn das ist ja die Grundlage, auf der ich entscheiden kann, wie hoch die Insulindosis bei meiner nächsten Spritze sein muss.

Seit einigen Monaten sind Sie Botschafter der neu gegründeten Stiftung "Chance bei Diabetes". Wie kam es dazu?
Schon im vorigen Jahr kam Professor Stephan Martin, der leitende Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik in Düsseldorf, auf mich zu und hat mir den Vorschlag gemacht, Botschafter für die Stiftung "Chance bei Diabetes" zu werden. Das habe ich sehr gerne angenommen, denn wenn man schon eine gewisse Popularität hat, dann sollte man das auch nutzen.
Ich will anderen Menschen mit Diabetes helfen und sie davor bewahren, dass ihnen das passiert, was mir passiert ist. Ich möchte den Menschen sagen: "Tut was! Lasst euch zumindest mal untersuchen." Denn weil man beim Diabetes über einen langen Zeitraum keine konkreten Beschwerden verspürt, wissen viele Menschen nicht, was an Folgeerkrankungen auf sie zukommen kann.
Durch Vorsorge und durch eine Änderung des persönlichen Lebensstils kann jeder aktiv dazu beitragen, seinen Diabetes in den Griff zu bekommen. Zu den drastischen Folgen eines Diabetes gehören unter anderem Gefäß- und Nervenschäden und eine Schädigung der Netzhaut oder der Nieren. Diese so genannten diabetischen Folgeerkrankungen lassen sich durch die geeigneten Maßnahmen verhindern oder doch zumindest deutlich verzögern.

Was ist der Zweck der Stiftung "Chance bei Diabetes"?
Zum einen will die Stiftung denen, die bereits wissen, dass sie Diabetes haben, einen Fingerzeig geben, wie man möglichst gut damit umgehen kann. Und für mich als Botschafter ist es noch viel wichtiger, die Menschen, die nicht wissen, dass sie vielleicht Diabetes haben, dazu zu bewegen, dass sie zum Arzt gehen und sich untersuchen lassen.
Wie wichtig das ist, sieht man allein schon daran, dass es zum Beispiel in Deutschland über sechs Millionen Menschen mit Diabetes gibt. Dazu kommt aber noch eine Dunkelziffer von Menschen, die zwar Diabetes haben, das aber nicht wissen. Professor Martin, der die Stiftung "Chance bei Diabetes" ins Leben gerufen hat, schätzt diese Zahl auf ungefähr eineinhalb bis drei Millionen.
Aber auch Menschen, die schon seit Jahren Diabetes haben, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen, denn dadurch kann man die Behandlung immer auf einem optimalen Niveau halten und viele Folgeerkrankungen vermeiden. Und selbst wenn es nur ein paartausend Menschen sein sollten, die ich durch meine Arbeit als Botschafter für die Stiftung "Chance bei Diabetes" dazu bewegen kann, dann habe ich schon viel erreicht.

Welchen Tipp haben Sie für die Leser des Accu-Chek Journals, der sie motivieren kann, ihren Lebensstil zu überdenken und gegebenenfalls zu verändern?
Wem es nicht leicht fällt, aus eigener Initiative seinen Lebensstil zu ändern, der sollte sich zumindest in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen. Man sollte sich Rat von kompetenten Ärzten holen und sich dann danach richten. Wenn ich das zusammenfassen soll: Nicht rauchen, sich vernünftig ernähren und sich mehr bewegen – dann ist man schon auf einem sehr guten Weg.

Chance bei Diabetes

Anfang 2006 ist die Deutsche Diabetes-Stiftung um eine weitere "Tochter" angewachsen: die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes". Für Professor Stephan Martin, Gründer und Vorsitzender der neuen Stiftung, ist Diabetes kein Schicksal, sondern eine Chance, die es zu nutzen gilt. "Für Prävention ist es nie zu spät", so Professor Martin.
Als erste Initiative hat die neue Stiftung eine Broschüre mit dem Titel:
"Die Eigeninitiative. Mehr Eigenverantwortung für ein gesundes Leben mit Diabetes" herausgegeben. Diese kann kostenlos bestellt werden unter der Rufnummer: 0049 / 1805 / 710 712. Weitere Informationen finden Sie unter: www.chance-bei-diabetes.de

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Die Gesundheit selbst in der Hand haben

diabetes-world.net

© diabetes-world.net

Mit ihrer "EigenInitiative" fördert die Stiftung "Chance bei Diabetes – Motivation zur Lebensstil-Änderung" die Eigenverantwortung der Patienten für ein gesundes Leben mit Diabetes. Die neue Initiative startete am 22. August und setzt beim Grundverständnis von Diabetes-Therapie und der Rolle der Patienten an – um die Gefahr von Folgeerkranken zu mindern und Menschen mit Diabetes zu einem gesunden Leben zu motivieren.

(HAMBURG, 22. August 2006) Menschen mit Diabetes Typ-2 haben ein geringeres Risiko Folgeerkrankungen zu erleiden – wenn die Betroffenen selbst aktiv werden und ihren Blutzucker messen. Das ist das Ergebnis der ROSSO-Studie(1), die vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) durchgeführt wurde. Je eigenverantwortlicher Betroffene mit ihrer Stoffwechselstörung umgehen desto größer ist die Chance für ein langes und gesundes Leben mit Diabetes. Hier setzt die neue "EigenInitiative" an, die erste große Aktion der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes." Die Stiftung wurde im Februar von der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) und Prof. Dr. Stephan Martin, Leitender Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, gegründet. Sie verfolgt das Ziel, die Therapie von Diabetes Typ-2 mit Hilfe von nicht-medikamentösen Maßnahmen langfristig zu verbessern. "Wir brauchen eine ganz neue Sichtweise der Diabetes-Therapie. Der Patient selbst ist der zentrale Erfolgsfaktor" erklärt Prof. Dr. Stephan Martin, Kuratoriums-Vorsitzender der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes". "Der große Einfluss des eigenen Lebensstils bei der Behandlung von Diabetes Typ-2 war unsere Motivation, die Stiftung zu gründen und das Thema jetzt mit der ‚EigenInitiative’ auf breiter Basis voranzutreiben."

Eigenverantwortung: Schlüssel zum Therapieerfolg
Mit ihrer "EigenInitiative" will die Stiftung Menschen mit Diabetes in ihrer Eigenverantwortung unterstützen und zu einem bewussten Umgang mit der Stoffwechselerkrankung motivieren. Die Initiative klärt Betroffene, ihre Angehörigen und Ärzte darüber auf, wie Patienten durch mehr Bewegung, bewusste Ernährung und eine ereignisgesteuerte Blutzucker-Selbstkontrolle langfristig Folgeerkrankungen vermeiden können. Hierfür entwickelte Professor Martin, zusammen mit anderen Autoren der ROSSO-Studie, konkrete Handlungsanweisungen, die Patienten individuell in ihrer Eigenverantwortung stärken und im Alltag Orientierung bieten. Sie sind in der Broschüre "Neustart Diabetes" zusammengefasst und genau erläutert. Der Schlüssel: Gezielte Änderungen des Lebensstils wirken sich bereits nach kurzer Zeit positiv auf den Blutzuckerwert aus und damit auf die Perspektive für ein gesünderes und längeres Leben mit Diabetes. Eine zentrale Maßnahme ist die so genannte ereignisgesteuerte Blutzucker-Selbstmessung, mit der der Messende die Auswirkungen zum Beispiel einer üppigen Mahlzeit oder ausgiebiger Bewegung auf den Blutzuckerspiegel direkt verfolgt. Die ereignisgesteuerte Blutzucker-Selbstmessung macht Menschen mit Diabetes unmittelbar mit den Konsequenzen ihres Handelns vertraut. Die Blutzucker-Selbstkontrolle wird zum Motivationsfaktor und funktioniert als persönlicher Wegweiser im Alltag. "Hier können wir von der Typ-1-Therapie lernen" meint Professor Martin. "Heute ist die Blutzucker-Selbstkontrolle in der Therapie von Diabetes Typ-1 nicht mehr wegzudenken. Doch ein Blick in die Historie zeigt, dass sich Ärzte anfangs auch für diese Patientengruppe nur schwer mit dem Gedanken anfreunden konnten, dass der eigenverantwortliche Umgang des Patienten mit einem diagnostischen Instrument tatsächlich einen positiven therapeutischen Effekt erzielt."

Das neue Verständnis vom eigenverantwortlichen Patienten und der erfolgreichen Therapie durch aktives Selbstmanagement kann außerdem helfen, die Volkskrankheit Diabetes auch gesellschaftlich in den Griff zu bekommen. "Wenn unsere Programme greifen, dann sind neben der Erhöhung der Lebensqualität und Lebenszeit sogar rückläufige Therapiekosten für den Bereich des Diabetes Typ-2 zu erwarten," erklärt Professor Martin.

Fernsehmoderator Karl Moik – bekannt aus dem "Musikantenstadl" – unterstützt die Stiftung als Botschafter und macht Menschen mit Diabetes Typ-2 Mut, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. "Ich kann aus eigener Erfahrung allen Betroffenen raten, ihren Diabetes nicht als Schicksal, sondern als Chance zu begreifen", sagt Prof. Karl Moik, selbst Typ-2 Diabetiker, der sein Leben nach dem Auftreten von Herz-Problemen erfolgreich umgestellt hat.

Gefördert wird die "EigenInitiative" von Roche Diagnostics.

Lesen Sie hier das Expertenstatement von Prof. Dr. med. Stephan Martin.
Hier können Sie lesen, aus welchen Gründen sich Karl Moik als Botschafter für die Stiftung "Chance bei Diabetes" engagiert.

(1) Bei der ROSSO-Studie (Retrolective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in Patients with Type 2 Diabetes) wurden die Daten von 3.268 Typ-2-Diabetes-Patienten in Deutschland verglichen.


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kompletter Online-Artikel (externer Link)


Botschafter mit Herz

Apotheken Rästel Magazin 50+

© ApothekenRätselMagazin 50+


Die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes" möchte Diabetikern die Vorteile einer gesunden Lebensweise näherbringen. Erster prominenter Botschafter der Stiftung ist Karl Moik.

Als Karl Moik vor etwa zehn Jahren einen befreundeten Zahnarzt besuchte, der mit einem Schlaganfall im Krankenhaus lag, kam er ins Grübeln. Wie bekommt man so etwas wie einen Schlaganfall, fragte er sich. Der beliebte Fernsehmoderator suchte daraufhin seinen Arzt auf, um sich gründlich untersuchen zu lassen. Der Check-up brachte einen bis dahin unentdeckten Diabetes ans Licht. Der Arzt verordnete ihm Tabletten – aber Moik nahm die Medikamente nicht konsequent ein. "Ich hatte sie, aber nach einer gewissen Weile war es mir wurscht", gesteht der 68-Jährige.

Aktiv nach dem Herzinfarkt
Jahre später, als er am Rosenmontag auf dem Wagen der "Kölner Funken" mitfuhr, bekam er die Folgen seines unbehandelten Diabetes schmerzhaft zu spüren: Karl Moik erlitt einen Herzinfarkt. Die Ärzte legten drei Bypässe. "Und in der Reha-Klinik habe ich mir vorgenommen, jetzt wirst du ein aktiver Bua!"
Karl Moik stellte sein Leben gründlich um und hat den Diabetes nun gut im Griff. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und konsequente Blutzuckerkontrolle sind für ihn jetzt selbstverständlich. Er spritzt regelmäßig, sein HbA1c-Wert liegt bei 6,8 und der Blutzucker zwischen 110 und 150 mg/dl.

Heute ist Karl Moik erster Botschafter der in diesem Jahr gegründeten Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes". Sie ist die jüngste Tochter der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) und hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Diabetes dabei zu unterstützen, die Chance einer gesunden Lebensführung zu erkennen – und zu ergreifen. Als Botschafter erfüllt Karl Moik dabei eine Vorbildfunktion, um möglichst vielen von Diabetes Betroffenen vor Augen zu führen, dass man einem Diabetes nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern die Erkrankung aktiv managen kann.
Den Anstoß zur Stiftung gab der Autor Hans Lauber mit seinem Buch "Fit wie ein Diabetiker". Lauber hat mit der Dreifach-Kombination aus Messen, Essen und Laufen seinen Diabetes besiegt. Die Medikamente konnte er absetzen und hat heute normale Blutzuckerwerte. "Der Weg von Hans Lauber ist ein Königsweg", kommentiert Professor Martin, Kuratorium-Vorsitzender der neuen Stiftung, "und viele Menschen könnten den gleichen Weg einschlagen."

Eine gesündere Lebensweise lohnt sich
Nach Expertenmeinung wäre es für mindestens die Hälfte der neu diagnostizierten Diabetiker möglich, zumindest für einige Monate oder Jahre, allein durch eine Lebensstil-Änderung, ohne Medikamente, die Krankheit in den Griff zu bekommen.
Mit verschiedenen Kampagnen will die Stiftung in Zukunft Typ-2-Diabetiker über nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Bewegung und Ernährung in der Diabetes-Therapie aufklären und die Forschung in diesem Bereich fördern.


Interessierte erreichen die Stiftung unter der folgenden Adresse:
Deutsche Diabetes-Stiftung
Am Klopferspitz 19
82152 Martinsried/München
Fax 089/579579-19
E-Mail: info@ich-will-keinen-spamdiabetesstiftung.de

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Blutzuckermessungen sind wichtig für aktive Diabetes-Therapie

© dpa/gms-Themendienst

Martinsried/Hamburg (dpa/gms) - Durch gezieltes Blutzuckermessen können Diabetes-Typ 2-Patienten die Ursachen ihrer Krankheit besser verstehen. Dies empfiehlt die neu gegründete Stiftung «Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes» in der Deutschen Diabetes Stiftung mit Sitz in Martinsried (Bayern). An zwei aufeinander folgenden Tagen sollte jeweils vor und etwa zwei Stunden nach den Hauptmahlzeiten der Blutzuckerspiegel gemessen werden. Später sollten die Patienten diese Messungen vor und nach einem bestimmten Ereignis wie zum Beispiel einem Spaziergang oder dem Verzehr von Schokolade vornehmen.
 
Die Erkrankten bekämen so ein besseres Gefühl für die Zusammenhänge zwischen ihren Blutzuckerwerten und dem eigenen Ess- und Bewegungsverhalten, sagte der Kuratoriums-Vorsitzende Prof. Stephan Martin bei einer Veranstaltung in Hamburg. Dieser «Aha-Effekt» sei sehr wichtig für die eigene Motivation. Typ 2-Diabetes, früher oft auch als «Alterszucker» bezeichnet, werde heute als Wohlstandserkrankung gesehen, die häufig eine Folge von Übergewicht sei.
 
Mit der richtigen Bewegung und Ernährung sowie der Blutzuckerselbstkontrolle könne jeder Diabetespatient eine Menge erreichen. «Wenn man die Ursache nicht angeht, helfen Tabletten auch nicht weiter», appelliert Prof. Martin an die Eigenverantwortung der Patienten. Laut einer Studie lebten Menschen mit Typ 2-Diabetes, die ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren, länger und erleideten deutlich weniger Folgeerkrankungen.
 
Informationen: Die kostenlose Broschüre «Neustart Diabetes» kann unter Tel.: 0800-99 88 783 (kostenfrei) angefordert werden.
 
Internet: www.chance-bei-diabetes.de


Stiftung unterstützt Patienten bei der Blutzucker-Selbstmessung

Blutzucker-Selbstmessungen ermöglichen Patienten mit neu erkanntem Typ-2-Diabetes, ihre Therapie selbst anzupassen. Foto: imago/McPhoto/Diez
Blutzucker-Selbstmessungen ermöglichen Patienten mit neu erkanntem Typ-2-Diabetes, ihre Therapie selbst anzupassen. Foto: imago/McPhoto/Diez

© Ärtze Zeitung 24.08.2006

Typ-2-Diabetiker sollen mehr Eigenverantwortung übernehmen / Broschüre mit Tips

HAMBURG (grue). Typ-2-Diabetiker können durch gesunde Ernährung, mehr Bewegung und mit Hilfe regelmäßiger Blutzucker-Selbstmessungen ihre Krankheit aktiv steuern. Dieses Bewußtsein will eine neugegründete Stiftung Patienten mit neu-erkanntem Diabetes vermitteln.

Typ-1-Diabetiker wissen meist viel über ihre Krankheit und passen ihre Aktivitäten und Eßgewohnheiten den mehrmals täglich gemessenen Blutzuckerwerten an. Bei Typ-2-Diabetikern ist derart eigenverantwortliches Handeln eher die Ausnahme. Sie verfolgen Ratschläge zu einer gesünderen Lebensführung meist nur halbherzig, weil die Auswirkungen einer üppigen Mahlzeit oder ausgiebiger Bewegung auf den Blutzuckerspiegel nicht direkt zu erkennen sind.

Ein wesentlicher Motivationsfaktor ist auch für diese Patienten die regelmäßige Blutzucker-Selbstmessung, sagt Professor Stephan Martin vom Diabetes-Zentrum in Düsseldorf. Zusammen mit der Deutschen Diabetes-Stiftung und unterstützt von dem Unternehmen Roche Diagnostics hat der Diabetologe deshalb vor kurzem die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes" gegründet. Ziel ist, Typ-2-Diabetiker zu einem aktiven Umgang mit ihrer Stoffwechselerkrankung zu ermutigen.

»Patienten lernen, wie das Essen die Blutzuckerwerte verändert.«

Als erstes hat die Stiftung eine Broschüre mit dem Titel "Neustart Diabetes" herausgeben, die Martin bei einer Veranstaltung in Hamburg vorgestellt hat. Sie enthält Basisinformationen und Tips, wie neu-diagnostizierte Diabetes-Patienten das Potential nicht-medikamentöser Maßnahmen besser nutzen können.

Ausführlich wird in der Broschüre auf die Blutzucker-Selbstkontrolle eingegangen. Der Düsseldorfer Kollege empfiehlt hierfür folgendes Vorgehen: Die Patienten sollten zunächst ein Blutzucker-Tagesprofil erstellen und dafür siebenmal den Blutzucker messen - jeweils vor und nach den Hauptmahlzeiten sowie vor dem Schlafengehen. Dadurch soll den Patienten bewußt gemacht werden, wie sich ihre Blutzuckerwerte durch das Essen selbst und die Wahl der Nahrungsmittel verändern.

Ergänzende Messungen, zum Beispiel nach dem Verzehr von Kuchen einerseits oder nach sportlicher Betätigung andererseits, machen die positiven beziehungsweise negativen Wirkungen auf den Blutzucker noch deutlicher, wie Martin betont hat. Und darüber hinaus lasse sich an den Blutzucker-Meßwerten ablesen, daß bereits eine geringe Gewichtsabnahme den Zuckerstoffwechsel langfristig verbessert.

Die kostenlose Broschüre "Neustart Diabetes" kann unter der Rufnummer 0 18 05 / 71 07 12 angefordert werden. Die Stiftung bietet zum Thema auch Informationen im Internet, und zwar unter der Adresse: www.chance-bei-diabetes.de

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Karl der Große

Diabetiker Ratgeber

© Diabetiker Ratgeber 2006/05

VOLLBLUT-ENTERTAINER Karl Moik über sein Leben und sein Engagement für Menschen mit Diabetes.

Was hatten ihm diverse Gazetten nach seinem Schwächeanfall beim Sylvester-Stadl nicht alles angedichtet: von Schlaganfall, ja sogar Lähmungen war die Rede. Und nun steht er da zur Begrüßung am Gartentor seines Hauses bei Hallein im Salzburger Land, so frisch, erholt und gut gelaunt, dass die Frage nach seinem Befinden fast schon einer Beleidigung gleichkommt. "Ach, wissen Sie", winkt er ab, "wenn man 36 Jahre in dem Geschäft ist, wundert man sich über derartig aufgebauschte Geschichten nicht mehr." Es war halt alles ein bisschen viel auf einmal damals: bis kurz vor Weihnachten auf dem "Traumschiff" unterwegs in tropischen Gefilden, dann hier bei Minusgraden gleich wieder volles Programm mit den Proben für die Abschiedssendung an Silvester, über Wochen zu wenig Schlaf und dann noch eine Bronchitis eingefangen. "Ich vergesse das immer, aber man ist halt doch keine 50 mehr", sagt er, "da hab ich mir einfach ein bisschen zu viel zugemutet." Dazu kommt auch noch der Typ 2 Diabetes, der vor sechs Jahren festgestellt wurde. Dass er damals, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, endlich mal zum Arzt ging, hat er treuen Fans zu verdanken.

Zum Zuckertest überredet
Ein befreundeter Zahnarzt lag mit einem Schlaganfall im Krankenhaus. Die Krankenschwestern, begeisterte Moik-Fans, nutzten seinen Besuch für einen kleinen Plausch mit ihrem Idol. Dabei kam das Gespräch auch auf Diabetes als Risikofaktor für einen Schlaganfall. Und prompt die Frage: "Wann haben Sie denn zuletzt Ihren Blutzucker untersuchen lassen?" Hatte er bis dahin natürlich noch nie. "Das Gemeine am Diabetes ist ja", erklärt er, "dass er nicht wehtut. Ich hatte keinerlei Symptome." Gerade weil er diese Erfahrung am eigenen Leib gemacht hat, sagte Karl Moik spontan zu, Botschafter für die neu gegründete Tochterstiftung der Deutschen Diabetes-Stiftung "Chance bei Diabetes" zu werden. Seine Popularität, so hofft er, kann vielleicht bewirken, dass sich der eine oder andere, der das bisher noch nicht getan hat, mit dem Thema Diabetes beschäftigt und überprüfen lässt, wie es bei ihm selbst mit dem Blutzucker steht.

Angst vor der Diagnose braucht seiner Meinung nach niemand zu haben. Wie gut man mit der Erkrankung zurechtkommen kann – wenn sie erkannt und richtig behandelt wird –, weiß er selbst am besten. "Selbst bei meinem bewegten Leben mit all den Anforderungen und Reisen war es nie ein Problem", sagt Moik. Anfangs wurde er mit Tabletten behandelt, nahm es aber damit, so räumt er ein, nicht genau genug. Ein Warnschuss kam 2004: Herzprobleme. Seitdem spritzt er Insulin, kommt damit gut klar und hält den Blutzucker meist im normalen Bereich. Kasteien will er sich nicht. Gut essen und auch mal ein oder zwei Gläser Wein – das muss schon drin sein. Ein Geheimnis macht Karl Moik, anders als viele Prominente, aus seinem Diabetes nicht. "Wenn nötig, packe ich meinen Insulinpen auch im Flugzeug aus", sagt er. "Genieren muss man sich dafür nicht. Das ist wichtig für die Gesundheit und basta!" Eine Portion Eigensinn, viel Ehrgeiz, voller Einsatz, dazu aber auch jede Menge Humor und ein kollegialer und lockerer Umgang mit den Mitarbeitern des Teams – sein Erfolg kam nicht von ungefähr. „Mein Ziel war immer, die Menschen zu unterhalten", stellt der Vollblut-Entertainer klar.

Darum ging es ihm schon zu Beginn seiner Karriere. Anfang der 70er Jahre startete er seine ersten Sendungen mit volkstümlicher Musik im Radio. "Einfache Unterhaltung war damals so verpönt wie auch heute noch oft", erinnert er sich. "Aber das Publikum hat sie geliebt." Am 5. März 1981 dann der erste "Musikantenstadl", zunächst nur vom österreichischen Fern-sehen ausgestrahlt, bald darauf von der ARD übernommen. Seit Sylvester 1993 ertönt regelmäßig die Eurovisionsfanfare, wenn neben ORF und ARD auch das Schweizer Fernsehen mit dem Musikantenstadl auf Sendung geht. Moiks Konzept, neben volkstümlicher Musik auch Schlager, Evergreens und Musical-Songs ins Programm zu nehmen, verschafft dem "Stadl" Rekordquoten und seinem Moderator eine Auszeichnung nach der anderen: Goldene Kamera 1982, Bambi 1990, Österreichisches Bundesverdienstkreuz 1990, dazu unzählige Goldene Schallplatten.

Von Cottbus bis Peking
Was waren die Höhepunkte seiner Karriere? "Es gab so viele", sagt Moik. Ein paar, die ihn sehr berührt haben, fallen ihm sofort ein: die Sendung aus Cottbus beispielsweise, nur wenige Wochen nach dem Fall der Mauer. "Unglaublich, was sich da für Emotionen abspielten", erinnert er sich. Und natürlich der "Stadl" aus der "Verbotenen Stadt" in Peking: Mehr als 800 Millionen Chinesen verfolgten das spektakuäre Ereignis im Oktober 1999 an ihren Bildschirmen. Aber auch die vielen persönlichen Begegnungen, mit Nelson Mandela etwa, haben bei ihm bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dass ihn Profi-Lästermäuler wie Harald Schmidt und Stefan Raab gern mal aufs Korn nehmen, ficht Moik nicht an.
Mit Schmidt ist er befreundet, Raab hat er schon zweimal in dessen Show besucht – und der war natürlich auch im Musikantenstadl Gast. Überhaupt: Wer versucht, Karl Moik in eine Schublade zu stecken, tut sich schwer. Perfektionist ist er, klar, auch einen "Ehrgeizler" nennt er sich. Andererseits legt er Wert darauf, dass genug Platz bleibt für den Spaß an der Sache und für Spontanität. "Den Ablauf einer Sendung habe ich zwar vorher festgelegt – aber einen festen Text hatte ich nie." Natürlich gibt es da auch mal Pannen. Aber das gehört für ihn dazu: "Das nächste Mal macht man es dann eben besser!"
In Moiks schönem Haus sind die 25 Jahre Musikantenstadl überall präsent. Nicht die Ehrungen – die haben ein, wenn auch feines, so doch bescheidenes Plätzchen in der großen Diele bekommen –, nein, jede Menge der vielen Geschenke, die ihm bei seinen Auftritten überreicht wurden, schmücken die gemütlichen Räume.

Dass seine Ehefrau Edith, mit der er 42 Jahre verheiratet ist, von Anfang an immer an seiner Seite war, war Karl Moik ungemein wichtig. Und sie war es gern, hat alles begeistert mitgemacht. "Mir war klar, dass sie für dieses Leben auf Hochtouren nur Verständnis aufbringen kann, wenn sie alles miterlebt, selbst mit dabei ist." Die Rechnung ist aufgegangen: "Ich habe ihr auch schon gesagt, dass ich ihr wieder einen Heiratsantrag mache, wenn es ein nächstes Leben gibt und ich ihr wieder begegne. Aber sie hat noch nicht ja gesagt", erzählt er augenzwinkernd.

Neue Stiftung unterstützt Diabetiker
"Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes": So heißt die neue Tochterstiftung der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS), für die Karl Moik als Botschafter fungiert. Das Ziel der neuen Stiftung: Menschen mit Diabetes dabei zu unterstützen, die Chance einer gesunden Lebensweise zu erkennen und zu ergreifen. Denn klar ist: Für Vorbeugung ist es nie zu spät.
Experten schätzen, dass mindestens die Hälfte der neu diagnostizierten Diabetiker ihre Stoffwechselstörung allein durch eine Änderung ihres Lebensstils in den Griff bekommen können. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle sind die tragenden Säulen im Kampf gegen den Diabetes. Als erste große Aktion der Stiftung ist eine Initiative geplant, die Betroffene und Ärzte darüber aufklärt, dass die Vermeidung von Folgeerkrankungen und eine längere Lebenszeit zum Großteil in der Hand des Patienten liegen.

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Neue Stiftung zur Vorsorge

Diabetes aktuell - Für die Hausarztpraxis

© Diabetes aktuell 3/2006

Diabetes ist kein Schicksal, sondern eine Chance - das ist das Motto der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes". Die neu gegründete Stiftung in der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) verfolgt das Ziel, die Therapie von Diabetes Typ 2 mithilfe von nichtmedikamentösen Maßnahmen zu verbessern.

Gutes Beispiel
Den Anstoß zur Stiftung gab der Autor Hans Lauber mit seinem Buch "Fit wie ein Diabetiker", wo er schildert, wie er seinen Diabetes als Chance begriff und diesen durch eine Kombination aus Messen, Essen und Laufen besiegte. Viele Menschen könnten den gleichen Weg einschlagen. Nach Schätzungen von Experten kann mindestens die Hälfte der neu diagnostizierten Diabetiker ihre Stoffwechselstörung allein durch eine Änderung des Lebensstils - ohne Medikamente - in den Griff bekommen. Gestützt wird diese Einschätzung durch internationale Studien, die belegen, welches Präventionspotential in einer Änderung des Lebensstils liegt. Man sieht 10% der Bevölkerung von Diabetes betroffen; über sechs Millionen sind in Behandlung und viele davon könnten ihre Situation selbst verbessern.
Die neue Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen mit Diabetes dabei zu unterstützen, die Chance einer gesunden Lebensweise zu erkennen - und zu ergreifen. Botschafter fungieren als Vorbildfunktionen um möglichst vielen Diabetikern ihre persönlichen "Chancen bei Diabetes" vor Augen zu führen.

Erste Initiative
Die erste große Maßnahem der Stiftung ist eine Initiative, die Menschen mit Stoffwechselerkrankung in ihrer Eigenverantwortung unterstützt und zu einem bewussten Umgang mit Diabetes motiviert. Man möchte Betroffene und Ärzte darüber aufklären, dass die Vermeidung von Folgeerkrankungen und die Verlängerung der Lebenszeit zum Großteil in der Hand des Patienten liegt. Gezielte Änderungen des Lebensstils wirken sich bereits nach kurzer Zeit positiv auf den Blutzuckerwert und damit auf die Perspektive für ein gesünderes und längeres Leben aus. Wenn die Programme greifen sind sogar rückläufige Medikamentenkosten für den Bereich des Diabetes zu erwarten.


Den Lebensstil ändern: Diabetes ohne Medikamente in den Griff bekommen

Signet Freizeitwoche

© FreizeitWoche 2006/16

"Diabetes ist kein Schicksal, sondern eine Chance", sagt Prof. Stephan Martin, Kuratoriums-Vorsitzender der neu gegründeten Stiftung "Motivation zur Lebensstiländerung - Chance bei Diabetes". Diese will Betroffenen ihre individuellen Möglichkeiten aufzeigen. Denn nach Schätzungen kann mindestens die Hälfte der neu diagnostizierten Diabetiker ihre Erkrankung allein durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Blutzucker-Selbstkontrolle in den Griff bekommen - ohne Medikamente.

Infos: Fax 089-57957919 oder www.diabetesstiftung.de


Eine Chance bei Diabetes

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Peter Erik Felzer

Insulin oder Tabletten: Sie bestimmen den Alltag vieler Diabetiker. Doch auch mit einem veränderten Lebensstil lässt sich einiges tun, um die Krankheit in den Griff zu bekommen. Dies schreibt sich die neu gegründete Stiftung "Chance bei Diabetes" mit ihrem Botschafter Karl Moik auf ihre Fahnen.

Es sollte für den bekannten Fernsehmoderator ein ganz besonderer Tag werden. "Vor zwei Jahren wurde ich von den Blauen Funken in Köln eingeladen, am Rosenmontagszug mitzufahren", erzählt Karl Moik. Doch der Ausklang des Tages zählt noch heute zu einem der schwersten Momente in seinem Leben.

Abends zurück in seinem Hotel erlitt Moik einen Herzinfarkt. Der Notarzt lieferte ihn in die Herzklinik der Kölner Universität ein. Dort musste er sich einer vierstündigen Operation unterziehen, bei der die Ärzte drei Bypässe legten. "Die haben gemerkt, dass bei mir einiges dicht ist", scherzt Moik. Und das lag vor allem daran, dass sein Blutzucker bereits seit vielen Jahren erhöht war.

Als Diabetiker steht der 68-jährige in seiner Altersgruppe nicht alleine da. In Deutschland stellen Ärzte bei jedem 11. Mann und jeder 13. Frau zwischen 55 und 74 Jahren die Diagnose Diabetes. Doch damit nicht genug. »Wir müssen davon ausgehen, dass Menschen in gleicher Zahl unerkannt unter Diabetes leiden«, informierte Professor Dr. med. Stephan Martin, leitender Oberarzt am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, auf einer Pressekonferenz.

Für Experten wie Martin hängen die hohen Krankheitszahlen eng mit einem ungesunden Lebensstil zusammen. Auch Moik gibt zu, nicht gerade als Gesundheitsapostel gelebt zu haben: "Sie sehen einen Sünder vor sich", konstatiert er. "36 Jahre habe ich beim Radio und Fernsehen gearbeitet. Es war eine stressige Zeit. Ich habe auch gerne gefeiert und das ein oder andere Gläschen getrunken." Von Diabetes wusste er lange Zeit nichts. Und auch nicht, was die Zuckerkrankheit mit seinem Lebensstil zu tun hat.

"Dass sich Diabetes so ausbreitet, liegt vor allem am Übergewicht und Bewegungsmangel", klärte Martin auf. "Je mehr ich mich bewege, desto geringer ist mein Diabetesrisiko. Doch der durchschnittliche Bundesbürger geht gerade einmal 400 Meter am Tag." Das ist nur einmal um den Sportplatz herum. "Außerdem gibt es sonst keine Erkrankung, bei der das Risiko durch Übergewicht so stark ansteigt", erklärte Martin.

Moik wurde vor rund zehn Jahren das erste Mal mit dem Thema Diabetes konfrontiert, als ein guter Freund in Salzburg mit einem Schlaganfall in eine Klinik kam. "Die Krankenschwestern waren große Fans von mir und luden meine Frau und mich zu Kaffee und Kuchen ein. Während unserer Unterhaltung meinten sie: Wissen Sie was, wir testen bei Ihnen einmal den Blutzucker."

Am nächsten Tag lagen die Ergebnisse vor. "Meine Frau war wie immer solide." Moiks Werte lagen dagegen in einem Bereich, bei dem ihm die Krankenschwestern rieten, einen Internisten aufzusuchen. Dieser verschrieb Tabletten. "Mit den Tabletten war das so: Ich hatte sie, aber sie waren mir bald relativ wurscht." Konsequenz: Seine Blutzuckerwerte verschlechterten sich immer weiter. Bis es schließlich zur Notoperation an der Kölner Universitätsklinik kam.

"Wir wollen, dass die Patienten ihre Krankheit in den Griff bekommen. Und wir wollen die nichtmedikamentöse Behandlung fördern", sagte Martin. Deswegen rief er mit einigen Kollegen die Stiftung "Chance bei Diabetes" ins Leben, um Diabetikern zu helfen, ihren Lebensstil zu ändern.

Die Erwartungen sollten dabei realistisch bleiben. "Ich darf nicht davon ausgehen, dass meine Patienten plötzlich einen Marathon laufen." Oft reichen bereits kleine Schritte: "Weniger Fett in der Nahrung, den Anteil der Ballaststoffe erhöhen, Fitness- und Sportprogramme", zählte Martin auf. Moik kommt zwar bis heute nicht ohne Medikamente aus, denn er spritzt sich täglich Insulin, aber er geht jetzt häufiger mit seiner Frau Edith spazieren, hat einige Kilos abgenommen und nimmt auch das Fernsehgeschäft gelassener. "Mein HbA1c-Wert liegt bei 6,8", sagt er nicht ohne Stolz. Deutlich weniger, als die Ärzte noch vor zwei Jahren gemessen hatten.

Moik fühlte sich unsicher, ob er sich als Diabetiker outen und als Botschafter für die neue Stiftung einsetzen sollte. "Man kommt sich vor wie ein anonymer Alkoholiker, wenn man sagt, man hat Diabetes." Trotzdem stellt er sich nun in den Dienst der guten Sache. "Mit meiner Popularität kann ich vielen Menschen helfen", hofft Moik. "Ich möchte sie überreden, etwas zu tun."

Martin freute sich über das Engagement des bekannten Fernsehmoderators. "Wir werden keine großen Erfolge erzielen, wenn wir keine Botschafter, keine Vorbilder wie Herrn Moik haben." Martin bedauerte, dass sich nur wenige Prominente, die unter Diabetes leiden, für die Bekämpfung der Krankheit einsetzen. "600 Abgeordnete hat der Deutsche Bundestag. Ungefähr 50 müssten einen Diabetes haben. Wir wissen es nur von dreien."


Chance bei Diabetes


Prof. Stephan Martin gründet neue Stiftung "Chance bei Diabetes" in der DDS

© DDS-Report 2006/02

Diabetes Typ 2 ohne Medikamente, allein durch eine Änderung des Lebensstils in den Griff zu bekommen – das ist das Ziel einer neuen Stiftung unter dem Dach der Deutschen Diabetes-Stiftung.
Die Anfang des Jahres gegründete Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes" (MLD) befasst sich thematisch mit der Sekundärprävention bei Diabetes. Dabei geht es darum, durch präventive Maßnahmen drastische Folgen wie Gefäß- und Nervenschäden zu verhindern bzw. zumindest deutlich zu verzögern. Ähnlich wie in der Primärprävention sollten auch in der Sekundärprävention Lebensstil-Änderungern das erste Mittel der Wahl sein. Zahlreiche internationale Studien belegen den Erfolg solcher Maßnahmen.

Gründer und Vorsitzender des Kuratoriums der neuen Stiftung ist Prof. Stephan Martin, Leitender Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik im DDZ Düsseldorf. Für ihn ist Diabetes kein Schicksal, sondern eine Chance: "Für Prävention ist es nie zu spät." Deshalb möchte die Stiftung Menschen mit Typ 2 Diabetes dabei unterstützen, die Chance einer gesunden Lebensweise für ein besseres Leben mit Diabetes zu erkennen.

Den Anstoß zu der Stiftung gab der Autor Hans Lauber mit seinem Buch "Fit wie ein Diabetiker". Darin schildert der Beirat der DDS, wie er seinen manifesten Diabetes als Chance begriff und durch eine Kombination aus gesunder Ernährung, viel Bewegung und regelmäßigem Blutzucker-Messen ("Essen, Messen, Laufen") besiegte. "Der Weg von Hans Lauber ist ein Königsweg", so Prof. Martin, "und viele Menschen mit Diabetes können einen vergleichbaren Weg einschlagen."

Mittelfristig könnten über die Hälfte der neu diagnostizierten Diabetiker ihre Erkrankung allein durch eine entsprechende Umstellung des Lebensstils in den Griff bekommen und so die fatalen Folgeerkrankungen vermeiden.

REPORT 2006/02
Titelthema im DDS-Report 2006/02: Gründung der Stiftung "Chance bei Diabetes" mit dem Botschafter Karl Moik.

Die drei Faktoren der Lebensstil-Änderung

Der Erfolg einer Lebensstil-Änderung hängt nach Meinung von Stephan Martin von drei entscheidenden Faktoren ab:

1. Regelmäßiges Blutzucker-Messen:
Blutzucker-Selbstkontrollen helfen Menschen mit Diabetes zu verstehen, wie sich der Lebensstil auf den Zuckerspiegel auswirkt. Schlechte Werte machen ein ungesundes Verhalten sofort sichtbar, positive Werte motivieren zum Weitermachen. Tatsächlich wurde in der sogenannten ROSSO-Studie nachgewiesen, dass Menschen mit Typ 2 Diabetes, die ihren Blutzucker regelmäßig selbst bestimmen, signifikant niedrigere Erkrankungs- und Todesfallraten haben, als solche, die das nicht tun. Das Sterberisiko ist um die Hälfte reduziert, andere Erkrankungen um gut ein Drittel.

2. Gesunde Ernährung:
Zahlreiche internationale Studien haben gezeigt, dass eine fettarme und ballastoffreiche Ernährung, die zur Verringerung des Körpergewichts führt, die Sensitivität der Insulinrezeptoren verbessert. In der Folge bessern sich die Blutzuckerwerte und die Gefäße werden weniger angegriffen. Zudem normalisieren sich Blutdruck und Blutfette (Cholesterin und Triglyceride).

3. Körperliche Bewegung:
Sport und Bewegung erhöhen die Anzahl der Insulinrezeptoren in den Muskeln und verbessern ihre Rezeptoraffinität gegenüber Insulin. Dadurch wird nicht nur kurzfristig der Blutzucker gesenkt, sondern auch langfristig die Stoffwechselsituation optimiert. Zusätzlich hilft Sport bei der Fettverbrennung und damit bei der Gewichtsabnahme. Laut einer Studie mit ca. 3.000 Typ 2 Diabetikern (Tanescu et. al.) konnte durch regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko einer koronaren Herzkrankheit (KHK) um 33 % gesenkt werden. In anderen Studien wurde der Einfluss einer kompletten Lebensstil-Änderung untersucht: In der Malmö Feasibility Studie hat eine Änderung des Lebensstils – durch diätetische Empfehlungen und verstärkte körperliche Aktivität – nach sechs Jahren Beobachtungszeit bei 50 % der Probanden zu einer völligen Remission des Typ 2 Diabetes geführt. In der dänischen Steno-2-Studie erwies sich eine Therapie mit modifiziertem Ernährungs- und Bewegungs- verhalten (plus eventuell Medikamente) als bedeutend wirksamer, Spätschäden zu vermeiden, als eine herkömmliche – ausschließlich medikamentöse – Therapie.


Karl Moik ist erster Botschafter der Stiftung

Karl Moik - Foto: W&B/B.Huber
© W&B/B.Huber Karl Moik

Um das Anliegen der Stiftung in die Öffentlichkeit zu tragen, konnte mit dem beliebten Fernsehmoderator Karl Moik – seit zehn Jahren selbst Typ 2 Diabetiker – ein prominenter und glaubwürdiger Botschafter gewonnen werden. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Krankheitsgeschichte (siehe Botschafter) möchte Moik der Stiftung ein Gesicht geben und bei Diabetikern für den Präventionsgedanken werben. "Botschafter wie Karl Moik fungieren als exzellente Vorbilder. Deswegen wollen wir uns in Zukunft um weitere Botschafter bemühen", erklärt Prof. Martin.

Konkrete Ziele der Stiftung seien u.a. die Entwicklung und Bereitstellung von Programmen zur Lebensstil-Änderung, Maßnahmen zur Motivation der betroffenen Zielgruppen und die Initiierung von Aktionen und Forschungsprojekten. "Die erste große Maßnahme der Stiftung wird in Kürze eine Initiative sein, die Menschen mit Diabetes in ihrer Eigenverantwortung unterstützt und zu einem bewussten Umgang mit Diabetes motiviert", so Stephan Martin.

Neben Prof. Stephan Martin gehören dem Kuratorium der Stiftung an: Prof. Thomas Haak, Chefarzt Diabetes-Klinik Bad Mergentheim; Prof. Lutz Heinemann, Profil Institut für Stoffwechselforschung; Reinhart Hoffmann, Beauftragter des Vorstands DDS; Prof. Rüdiger Landgraf, Vorsitzender Deutsche Diabetes-Stiftung; Hans Lauber, Publizist und Autor; Prof. Andreas F.H. Pfeiffer, Deutsches Institut für Ernährungsforschung.



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