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aus dem Nachrichten-Archiv:
3 von 4 Amputationen sind vermeidbar [19-08-10]

Telefonische Hilfe bei Diabetischem Fußsyndrom

Diabetiker sollten regelmäßig ihre Füße kontrollieren und sie mindestens einmal jährlich auch ärztlich untersuchen lassen. (Foto: CID GmbH)
Diabetiker sollten regelmäßig ihre Füße kontrol-
lieren und sie mindestens einmal jährlich auch
ärztlich untersuchen lassen. (Foto: CID GmbH)

Neue Hotline für Diabetiker – jeder Patient hat das Recht auf eine Zweitmeinung

Im Rahmen der Kampagne „Amputation verhindern“ hat das Netzwerk Diabetischer Fuß Köln und Umgebung eine Hotline für Patienten mit dem Diabetischen Fußsyndrom (DFS) eingerichtet. Unter der Nummer 01803 123406 können sich Betroffene und Angehörige bei drohender Amputation informieren und erfahren, wie sie eine Zweitmeinung zu ihrem Fall einholen können. Auch wenn kein akuter Notfall vorliegt, helfen die freundlichen Mitarbeiter der Hotline jedem Anrufer weiter und benennen Ansprechpartner sowie Behandlungsmöglichkeiten in der Nähe der Betroffenen.

„Rund 75 Prozent der Amputationen, die momentan wegen des Diabetischen Fußsyndroms durchgeführt werden, wären vermeidbar. Aus diesem Grund ist es uns besonders wichtig, auf dieses Problem aufmerksam zu machen und so gut wie möglich gegen zu steuern“, betont Dr. Dirk Hochlenert, Mitinitiator des Kölner Fußnetzes. „Besonders wichtig ist es, die Patienten über ihr Recht auf eine Zweitmeinung zu informieren, um Amputationen zu vermeiden“, so der Diabetologe weiter. Grundsätzlich könne jeder Patient im Falle einer drohenden Amputation einen zweiten Arzt zu Rate ziehen, um sicherzugehen, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, denn „Amputationen haben gravierende Auswirkungen für die Betroffenen. Es erfordert z. B. viel Zeit und Kraft, den Umgang mit einer Prothese nach der Amputation eines Beines zu erlernen. Gerade ältere Menschen verlieren deshalb nach solch einer umfangreichen Operation ihre Selbstständigkeit“, erklärt Dr. Hochlenert.

Das Diabetische Fußsyndrom entwickelt sich auf dem Boden einer Nervenstörung durch dauerhaft erhöhten Blutzucker. Der Fuß des Betroffenen wird schmerzunempfindlicher und es kann schnell zu Fehlbelastungen, Schwielen, Hühneraugen und schließlich zu Wunden kommen. Bei Diabetikern ist zudem die Durchblutung durch Verengung der Arterien in Becken oder Beinen oft gestört und Infektionen verlaufen bei hohem Blutzucker schwerer. Unbehandelt kann das DFS somit die Zerstörung weiter Teile des Fußes und schlussendlich eine Amputation zur Folge haben. Diabetologen empfehlen daher, die Füße regelmäßig selbst zu kontrollieren und bereits bei kleinen Verletzungen einen Arzt aufzusuchen. Zudem sollten die Empfindungen in den Füßen mindestens einmal jährlich vom behandelnden Hausarzt untersucht werden. „Leider kommen die Patienten oft erst zu uns, wenn das DFS bereits ausgeprägt ist, was die Heilung natürlich erschwert“, bedauert Dr. Hochlenert. „Deswegen hoffen wir, dass sich auch viele Diabetiker mit DFS im Anfangsstadium rechtzeitig an unsere Hotline wenden“.

Weitere Informationen zum DFS und zur Kampagne „Amputation verhindern“ finden sich im Internet unter www.amputation-verhindern.de. Ein Anruf bei der Hotline der Aktion kostet 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz und maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.

Hintergrund: „Amputation verhindern“
Die Aufmerksamkeitskampagne „Amputation verhindern“ wurde vom „Netzwerk diabetischer Fuß Köln und Umgebung“ ins Leben gerufen, um Diabetiker und Angehörige für das Diabetische Fußsyndrom zu sensibilisieren. In Köln und Umgebung arbeiten seit Jahren die unterschiedlichen „Behandler“ des DFS im Netzwerk zusammen und erzielen so außergewöhnlich gute Behandlungsergebnisse. Daher möchte die Aufmerksamkeitskampagne alle Diabetiker auffordern, regelmäßig ihre Füße zu untersuchen und vor geplanten Amputationen grundsätzlich eine zweite Expertenmeinung einzuholen.

Herausgeber: „Netzwerk Diabetischer Fuß Köln und Umgebung“, Dr. med. Dirk Hochlenert, Pressesprecher (V.i.S.d.P.)



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Gesunde Ernährung: Frühstück macht dünn - und schlau [22-07-10]

Nur knapp 40 Prozent der Bundesbürger frühstücken täglich. Zu wenige: Denn wer darauf verzichtet, hat ein drei Mal so hohes Risiko, übergewichtig zu werden.

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Klar, das trichtern den Deutschen ihre Mütter und außerdem einige Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten ein. Ohne Erfolg: Nur die wenigsten nehmen sich täglich Zeit für ein wirklich gesundes und ausgewogenes Frühstück. Bei vielen Menschen besteht die erste Mahlzeit des Tages bestenfalls aus einer schnellen Tasse Kaffee.

Doch wer mit leerem Magen in den Tag startet, der schadet seinem Körper und der eigenen Gesundheit. Vor allem für Menschen die abnehmen wollen, ist das tägliche Frühstück also ein absolutes Muss. Wer nicht frühstückt, hat ein mindestens drei Mal so hohes Risiko, übergewichtig zu werden. Die amerikanische National Weight Control Registry spricht teilweise sogar von einem 4,5-fach erhöhten Risiko.

Die Erklärung dafür findet sich vor allem im Stoffwechsel. Ohne Frühstück sind die Energiereserven des Körpers rasch aufgebraucht, und schon vor dem Mittagsessen macht sich das erste Hungergefühl breit. Oftmals wird dann zu Süßigkeiten gegriffen - oder die Mittagsportion fällt übergroß aus.

Wer morgens mit leerem Magen das Haus verlässt, verlangsamt die Verbrennungsfunktion des Körpers und erschwert die Reduzierung von Fettdepots. Werden dem Körper dann plötzlich viele Kalorien zugeführt, werden diese für die nächste Durststrecke gespeichert. Die Folgen sind Übergewicht und der ungeliebte Jo-Jo-Effekt.

Wer auf ein tägliches Frühstück verzichtet, nimmt aber nicht nur Übergewicht in Kauf, sondern enthält dem Körper auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe vor. Nur ein wirklich gesundes Frühstück liefert genug Kohlenhydrate und macht Körper und Geist fit für Höchstleistungen im Beruf und beim Studium. Die in Kohlenhydraten enthaltene Glukose macht zudem länger satt und wirkt Erschöpfungszuständen entgegen.

Idealerweise besteht ein Frühstück aus Müsli oder Vollkornbrot mit Obst und Joghurt oder Milch. Diese Kombination enthält alles, was der Körper am Morgen braucht: Vitamine, Eiweiß, Ballaststoffe und Kohlenhydrate. Auf ballaststoffarme Nahrungsmittel wie Cornflakes oder Weizenmehlbrötchen sollte hingegen verzichtet werden. Außerdem ist es wichtig, genügend zu trinken. Ob Wasser, Tee oder Kaffee, ist dabei ganz egal. Nur süße Säfte sind tabu.

Auch für Kinder und Jugendliche bedeutet ein vollwertiges Frühstück einen guten Start in den Tag. Die Gehirne von Mädchen und Jungen müssen im Schulalltag besonders hohe Leistungen erbringen. Das funktioniert nur mit einem ausgewogenen Frühstück, das die nötige Energie für den Tag liefert. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass ein kohlehydratreiches Frühstück den Prozess der Wiedergewinnung und des Bildens von Erinnerungen und das Koordinieren von komplexen Informationen fördert.

Frühstück macht demnach nicht nur dünn, sondern auch schlau. Es spricht also durchaus einiges für das Marmeladenbrot am Morgen.


Von Sebastian Weber - Ernährungscoach, Journalist und Chefredakteur des Ernährungsportals Yazio.de.

Copyright:    sueddeutsche.de GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH    19.07.2010


Von: NR-R.Ho


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Die erektile Dysfunktion ist immer noch ein Tabu-Thema [26-01-10]

Bei der Anamnese von Diabetikern sollte stets nach erektiler Dysfunktion gefragt werden. Denn die Prävalenz beträgt bis zu 60 Prozent.

Von Prof. Hellmut Mehnert

Die erektile Dysfunktion ist die am wenigsten erforschte, diagnostizierte und therapierte Komplikation des Diabetes. Man nimmt heute an, dass die autonome Neuropathie eine entscheidende Bedeutung für das Entstehen der Erektionsstörung hat. Allerdings wirken sich auch Mikro- und Makroangiopathie und andere Faktoren nachteilig multifaktoriell auf dieses Geschehen aus: Die Kombination von vaskulärer und neurogener Impotenz lässt sich bei zwei Dritteln der Patienten nachweisen.

Eine sorgfältige Anamnese muss in der Basisdiagnostik ergründen, ob nicht zusätzlich auch psychogene Faktoren für das Entstehen eine Bedeutung haben. Morgendliche oder nächtliche Erektionen gelten als Hinweis auf eine autonome Neuropathie.

Die Therapie bei erektiler Dysfunktion wird ganz beherrscht durch die orale medikamentöse Therapie von selektiven Phosphodiesterase-V-Hemmern wie Sildenafil, aber auch von den neueren Substanzen Vardenafil und Tardalafil.

Letztere zeichnen sich im Vergleich zu Sildenafil durch einen schnelleren Wirkeintritt, eine längere Halbwertszeit sowie eine höhere therapeutische Effektivität aus. Auch haben beide Substanzen eine höhere Rezeptorspezifität und damit ein reduziertes Spektrum unerwünschter Wirkungen. In der Effektivität sind die Substanzen letztlich ähnlich, wie prospektive randomisierte Studien gezeigt haben. In einer neuen Untersuchung zur Anwendung von 10 bis 20 mg Tardalafil wurde belegt, dass die Häufigkeit eines erfolgreichen Geschlechtsverkehrs um 22 Prozent unter Placebo auf 53 Prozent mit Therapie gesteigert werden konnte. Ein gewisser Effekt wird auch von dem länger bekannten Yohimbin berichtet, eine Substanz, die aber sicherlich ebenso wie Apomorphin in den Hintergrund getreten ist.

Die übrigen Behandlungsmaßnahmen haben nicht mehr die Bedeutung, die ihnen früher zuerkannt wurde. Das gilt für die Vakuum-Erektionshilfe (Akzeptanz nur bei 50 Prozent der Patienten) und für die langjährig geübte Schwellkörperautoinjektions-therapie (Skat), zum Beispiel mit Prostaglandin E1. Allerdings liegen bei letzterer Behandlung die Ansprechraten bei 90 Prozent; die Nebenwirkungen (Schwellkörperfibrosen, intrapenile Schmerzen) sowie die Art des Vorgehens vor dem Geschlechtsverkehr schränken aber die Möglichkeit dieser Therapie ein. Das gilt ebenso für den Versuch der intraurethralen Prostaglandinapplikation und die heute praktisch obsolet gewordenen operativen rekonstruktiven Therapiemaßnahmen. Hier hatten früher die penile Revaskularisation und Schwellkörperimplantate eine gewisse Bedeutung.

Wichtig ist aber sicherlich der Hinweis, dass eine gute Diabeteseinstellung indirekt eine wesentliche Bedeutung in der Therapie der Patienten mit erektiler Dysfunktion hat. Denn ein Patient mit einem durch schlechte Stoffwechselwerte geschwächten Organismus wird sicher eher zu dieser Komplikation neigen, als ein normoglykämisch gut eingestellter Patient, bei dem im Übrigen auch - wie die Steno-2-Studie gezeigt hat - ein günstiger Einfluss auf die bedeutsame autonome Neuropathie erzielt werden kann.

Der Vollständigkeit halber sei beim Thema erektile Dysfunktion die Verbesserung der autonomen Neuropathie durch Alpha-Lipon-Säure erwähnt, ohne dass man diese Substanz aber bei der Therapie wegen erektiler Dysfunktion den Phosphodiesterase-V-Hemmern vorziehen würde.

Professor Hellmut Mehnert
Diabetologie, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten - diesen Themen widmet sich Professor Hellmut Mehnert seit über 50 Jahren. 1967 hat Mehnert die weltweit größte Diabetes-Früherfassungsaktion gemacht. Er hat auch das erste und größte Schulungszentrum für Diabetiker in Deutschland ins Leben gerufen. Mehnert ist Träger der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Ärzteschaft.

Quelle: Ärzte Zeitung



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Vorsorglicher Nieren-Check [26-01-10]

Warum Diabetikern empfohlen wird, einmal jährlich die Nierenfunktion zu testen

Diabetiker Ratgeber

Baierbrunn (ots) - Wer  Diabetes hat, sollte sich regelmäßig "auf Herz und Nieren prüfen" lassen. Die Gesundheit dieser beiden Organe hängt enger zusammen, als bislang angenommen. Die Zuckerkrankheit schädigt kleinste Blutgefäße, was besonders Herz und Nieren in ihrer Funktion beeinträchtigen kann. Eine gute Möglichkeit der Früherkennung ist, einmal jährlich den Urin auf Eiweiß zu checken. Mit einem Teststreifen ist das denkbar einfach. Findet sich das Eiweiß Albumin, deutet dies darauf hin, dass die Niere geschädigt ist - und oft auch schon das Herz, berichtet das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber". Nach neueren Untersuchungen können Nierenschäden direkt auf das Entstehen von Verengungen in den Herzkranzgefäßen Einfluss nehmen. Im Frühstadium eines Nierenschadens lässt sich dieser häufig noch umkehren. Gelingt dies nicht, kann man zumindest sein Fortscheiten verhindern. Der Albumintest wird deshalb jährlich empfohlen.

Das Apothekenmagazin "Diabetiker Ratgeber" 1/2010 liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.


Quelle: www.wortundbildverlag.de



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IQWiG verkennt die Bedeutung der Blutzucker-Selbstkontrolle für nicht Insulin-pflichtige Menschen mit Diabetes [16-12-09]

Am 14. Dezember 2009 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seinen Abschlussbericht zur Nutzenbewertung der Blutzucker-Selbstkontrolle bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulin-Therapie vorgelegt. (1) Entgegen internationaler Empfehlungen (2) und wissensc...

Am 14. Dezember 2009 hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seinen Abschlussbericht zur Nutzenbewertung der Blutzucker-Selbstkontrolle bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulin-Therapie vorgelegt. (1) Entgegen internationaler Empfehlungen (2) und wissenschaftlicher Erkenntnisse (3) hält das Institut den Nutzen der Blutzucker-Selbstmessung bei dieser Patientengruppe für nicht belegt. Dabei kann ein aktives und eigenverantwortliches Diabetes Management mit Hilfe der Blutzucker-Selbstkontrolle die Lebens- und Versorgungsqualität bei Menschen mit Diabetes Typ-2 ohne Insulintherapie nachweislich verbessern.4 Bis zur endgültigen Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erhalten Menschen mit Diabetes Typ-2 ohne Insulin Blutzucker-Teststreifen weiterhin auf Rezept.

Die Blutzucker-Selbstkontrolle ist eine einfache und effektive Möglichkeit, Menschen mit Diabetes zu Eigenverantwortung zu motivieren und in ihrem Diabetes Management zu unterstützen. Zwar weist das IQWiG darauf hin, „dass durch die Blutzucker-Selbstmessung die Senkung des Blutzuckers unterstützt wird", (5) misst diesem statistisch signifikanten Effekt aber keine klinische Relevanz bei. Vielmehr vertritt das IQWiG die Auffassung, dass die Blutzucker-Selbstkontrolle für Menschen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie keinen Nutzen habe.

Ohne Blutzucker-Selbstkontrolle wird Diabetes Management zum Blindflug

Der Abschlussbericht des Instituts lässt daher befürchten, dass entgegen der Empfehlungen nationaler und internationaler Ärzteverbände und Institutionen6,7,8 hierzulande die Weichen in der Diabetes-Therapie falsch gestellt werden. So kann die Blutzucker-Selbstkontrolle etwa zum frühzeitigen Erkennen und damit zur Vermeidung von gefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) beitragen: „In bestimmten Situationen wie bei Stress, vor einer längeren Autofahrt oder bei Krankheit besteht auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie die Gefahr von Hypoglykämien, insbesondere bei Einnahme bestimmter oraler Antidiabetika", betont Ralf Kai Decker, Leiter Marketing & Vertrieb bei Roche Diagnostics Diabetes Care. Auch zur Kontrolle der erhöhten Blutzuckerwerte nach dem Essen (postprandiale Blutzuckerspitzen) – die nachgewiesenermaßen das Risiko für makrovaskuläre Folgeerkrankungen erhöhen (9,10) – ist die Blutzucker-Selbstkontrolle unerlässlich. Im Alltag wiederum kann strukturiertes Messen des eigenen Blutzuckers Menschen mit Diabetes dazu motivieren, ihre Ernährung umzustellen, körperlich aktiver zu werden und damit ihre Stoffwechsellage positiv zu beeinflussen.

Betrachtung der Blutzucker-Selbstkontrolle als Arzneimittel verzerrt Ergebnis

„Die Blutzucker-Selbstkontrolle wirkt nicht wie ein Medikament, das geschluckt wird und per se den Blutzucker senkt", erklärt Ralf Kai Decker. „Vielmehr ist sie als diagnostisches Werkzeug Teil einer komplexen Intervention und gibt dem Patienten die Richtung vor." Erst wenn Arzt und Patient die richtigen Schlüsse ziehen und entsprechend handeln, führt die Methode zum Erfolg. Dies wird auch von internationalen Institutionen wie dem National Institute of Clinical Excellence (NICE) und der Internationalen Diabetes Federation (IDF) so gesehen. (11 Insofern ist es unverständlich, warum das IQWiG die Blutzucker-Selbstkontrolle

wie ein Arzneimittel betrachtet. Blutzucker-Teststreifen sind weiter verordnungs- und erstattungsfähig. Die Einschätzung des IQWiG schränkt die Erstattungsfähigkeit von Teststreifen für die Blutzucker-Selbstkontrolle zunächst nicht ein. Solange hierzu keine rechtsverbindliche Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vorliegt, können Ärzte ihren Patienten also weiterhin Teststreifen verordnen.

 

1) Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Urin- und Blutzuckerselbstmessung bei Diabetes mellitus Typ 2. Abschlussbericht; Auftrag A05-08 [Internet]. 2009 Dec 14. [cited 2009 Dec 14]: about 142 pages. Available from: www.iqwig.de/download/ A05-08_Abschlussbericht_Zuckerselbstmessung_bei_Diabetes_mellitus_Typ_2.pdf

2) International Diabetes Foundation (IDF) 2009: Self-Monitoring of Blood Glucuse in Non-Insulin Treated Type 2 Diabetes, National Collaborating Centre for Chronic Conditions, 2008: Type 2 Diabetes. National clinical guideline for management in primary and secondary care (update of respective guideline by the National Institute for Clinical Excellence (NICE) 2002).

3) Allemann et al.: Self-monitoring of blood glucose in non-insulin treated patients with type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis. In: Curr Med Res Opin 2009; 25: 2903-13, Sarol et al.: Self-monitoring of blood glucuse as part of a multicomponent therapy among non-insulin requiring type 2 diabetes patients: a meta-analysis (1996-2004). In: Curr Med Res Opin 2005; 21: 173-183, Welschen et al.: Self-Monitoring of Blood Glucose in Patients with Type 2 Diabetes who are not using Insulin. A systematic review. In: diabetes Care 2005; 28, 6: 1510-1517.

4) Kempf K, Martin S. ROSSO-in-praxi: Ein 12-Wochenprogramm zur Lebensstiländerung verbessert signifikant die Stoffwechseleinstellung von Personen mit Typ 2 Diabetes mellitus. Diabetologie und Stoffwechsel, 2009;4(1);74-75. (Poster bei der 44. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), Leipzig); ebenso Barnett AH, Krentz AJ, Strojek K, Sieradzki J, Azizi F, Embong M et al. The efficacy of self-monitoring of blood glucose in the management of patients with type 2 diabetes treated with a gliclazide modified release-based regimen. A multicentre, randomized, parallel-group, 6-month evaluation (DINAMIC 1 study). Diabetes, Obesity and Metabolism. 2008 Dec;10(12):1239-1247. Epub 2008 May 20; ebenso Martin S, Schneider B, Heinemann L, Lodwig C, Kurth HJ, Kolb H et al. Self-monitoring of blood glucose in type 2 diabetes and long-term outcome: an epidemiological cohort study. Diabetologia, 2006;49(2);271-278.

5) Pressemeldung des IQWIG vom 14. 12. 2009, www.iqwig.de/index.991.html

6 BVND. Diabetologisches Konsil, 2008.

7 International Diabetes Foundation (IDF) 2009: Self-Monitoring of Blood Glucuse in Non-Insulin Treated Type 2 Diabetes

8 NICE. The management of type 2 diabetes. Clinical Guideline 66, 2008.

9 DECODE Study Group. Glucose tolerance and cardiovascusar mortality: comparison of fasting and 2-hour diagnostic criteria. Arch Intem Med, 2001;161(3):397-405.

10 Nakagami T, Qiao Q, Tuomiletho J et al. Screen-detected diabetes, hypertension and hypercholesterolemia as predictors of cardiovascular mortality in five populations of Asian origin, the DECODA study: Eur J Cardiovasc Prev Rehabil, 2006;13(4)



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"Negative Bewertung der Blutzuckerselbstmessung nicht nachvollziehbar" [15-12-09]

Diagnostica-Verband: Bericht ist patientenfeindlich und rückwärtsgewandt


Frankfurt (ots) - Berlin - Als rückwärtsgewandt und patientenfeindlich hat der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) den heute veröffentlichten Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) über den Nutzen der Blutzuckerselbstmessung bei nicht insulinpflichtigen Diabetikern bezeichnet. Der Bericht ignoriere, dass Medizin und Gesundheitspolitik längst auf den informierten selbstbestimmten Patienten setzen, der an seiner eigenen Behandlung mitwirkt, kritisierte VDGH-Geschäftsführer Dr. Martin Walger in Berlin.

Walger betonte, die Bewertung des IQWiG, das der Blutzuckerselbstmessung keinen Nutzen bei nicht insulinpflichtigen Diabetikern attestiert, sei nicht nachvollziehbar, rückwärtsgewandt und erkläre sich allenfalls aus methodischen Schwächen des Berichts. Zum einen habe das IQWiG die Blutzuckerselbstkontrolle ausdrücklich nicht als integralen Bestandteil eines umfassenden Schulungs- und Behandlungskonzepts beurteilt, wie dies zum Beispiel sein britisches Pendant, das National Institute of Clinical Excellence (NICE), fordert. Die Blutzuckerselbstmessung entfalte nur dann ihre volle Wirkung, wenn die Patienten intensiv geschult werden und die Methode in ein übergreifendes Konzept eingebettet sei.

Zum anderen seien so genannte randomisierte kontrollierte Studien, auf die sich das IQWiG bei seiner Bewertung konzentrierte, bei der Blutzuckerselbstmessung unzureichend. Sie könnten bei Medikamenten eingesetzt werden, da diese direkt im Körper wirkten. "Die Blutzuckerselbstmessung liefert hingegen eine Information, aus der der Patient die richtigen Schlüsse ziehen muss", so Walger. Die Messung ermögliche es, den Therapieerfolg zu kontrollieren und die eigenen Lebensgewohnheiten bei verfehltem Erfolg gegebenenfalls anzupassen. Um diesen Nutzen zu belegen, seien Versorgungsstudien besser geeignet.

Der VDGH erkennt zwar an, dass sich das IQWiG mit den zum Vorbericht abgegebenen kritischen Stellungnahmen befasst hat. Er teilt aber nicht die Schlussfolgerungen des Instituts. So sei es zum Beispiel nach wie vor nicht nachvollziehbar, warum das Institut der in Studien festgestellten Senkung des "Blutzucker-Langzeitgedächtnisses" HbA1c keine klinische Bedeutung beimisst. Auch seien mögliche Gefährdungen im Straßenverkehr durch Hypoglykämien (Unterzuckerung) nicht angemessen geprüft worden. Erst vergangene Woche habe das Verwaltungsgericht Mainz entschieden, einem Diabetiker die Fahrerlaubnis zu entziehen, weil er nicht regelmäßig vor Fahrtantritt Blutzuckerkontrollen durchführte.

"Jetzt liegt der Ball beim Gemeinsamen Bundesausschuss. Ihm obliegt es, den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu konkretisieren", so Walger. Hier werde eine Richtungsentscheidung darüber getroffen, wie ernst es Politik und Selbstverwaltung mit der Prävention und der Eigenverantwortung der Patienten ist. "Wie bei keiner anderen Erkrankung braucht es beim Diabetes den informierten selbstbestimmten Patienten, der seinen Lebensstil - am besten schon im Frühstadium - ändert, um teure Folgeerkrankungen und -medikationen zu vermeiden. Hierzu darf man ihm das wichtigste Werkzeug, die Blutzuckerselbstmessung, nicht entziehen." Walger appellierte an den G-BA, sich den fachlich fundierten Argumenten des VDGH nicht zu verschließen.

Der Verband weist darauf hin, dass der Bericht an der bisherigen Rechtslage für die Verordnung und Erstattung von Blutzuckerteststreifen nichts ändert. Ärzte können sie also auch nicht-insulinpflichtigen Diabetikern wie bisher verschreiben. Das IQWiG stellte zudem klar, dass es die Bedeutung der Selbstmessung bei insulinpflichtigen Diabetikern nicht in Zweifel zieht. Sie sei bei Ärzten und Wissenschaftlern seit langem anerkannt.

Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen von rund 90 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. Sie stellen Untersuchungssysteme und Reagenzien zur Diagnose menschlicher Krankheiten her, mit denen ein Umsatz von 2,1 Milliarden Euro erzielt wird, sowie Instrumente, Reagenzien, Testsysteme und Verbrauchsmaterialien für die Forschung in den Lebenswissenschaften, mit denen ein Umsatz von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet wird.

ots - presseportal - 15.12.2009


Von: R.Ho


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Zuckerselbsttests - IQWiG reichen Studien nicht aus [15-12-09]

Institut sieht keinen Beleg für Nutzen bei Diabetikern ohne Insulintherapie

BERLIN/KÖLN (hom). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht derzeit keinen Beleg dafür, dass nicht insulinpflichtige Patienten mit Typ-2Diabetes von einer Blutzuckerselbstmessung profitieren.

Unklar sei auch, ob der Blut-Test gegenüber dem Urin-Test einen Zusatznutzen aufweise oder umgekehrt, heißt es in einem am Montag vorgelegten Abschlussbericht. Die aktuelle Studienlage zu diesem Thema sei "unzureichend" und erlaube daher keine gesicherten Aussagen. Die wenigen Studien, die geeignet seien, einen Nutzen der Zuckerselbstmessung zu hinterfragen, hätten viele für die Patienten wichtige Aspekte nicht berücksichtigt. Eigenen Angaben zufolge hat das IQWiG sechs randomisierte kontrollierte Studien ausgewertet.

Auf Grundlage des Berichts entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss, ob die für eine Messung nötigen Teststreifen weiter von den Kassen erstattet werden.

Scharfe Kritik am Bericht des IQWiG äußerte der Geschäftsführende Vorstand des Instituts für Diabetesforschung in München, Professor Oliver Schnell. International sei die Zuckerselbstmessung auch für Typ-2-Diabetiker, die kein Insulin spritzen, "Standard im Diabetes-Management", sagte Schnell im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Die Messung sei aber nicht nur für die betroffenen Patienten, sondern auch für das Gesundheitssystem von Vorteil, da sie helfe, "teure Folgeerkrankungen zu vermeiden".

Auch der Verband der Diagnostica-Industrie sprach von einem "patientenfeindlichen Bericht."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Das IQWiG und seine Logik

Copyright © Ärzte Zeitung, 14.12.2009



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Studie: Typ-2-Diabetes-Risiko steigt bereits bei als normal angesehenen Nüchtern-Blutzucker-Werten [15-12-09]

Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, steigt bereits bei Nüchtern-Blutzucker-Werten an, die als normal (<100 mg/dl) bewertet werden. Dies ist das Ergebnis einer großen Bevölkerungsstudie, unter Führung von Hans-Georg Joost, dem wissenschaftlichen Direktor des Deutschen Instituts für Ernähru...

Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, steigt bereits bei Nüchtern-Blutzucker-Werten an, die als normal (<100 mg/dl) bewertet werden. Dies ist das Ergebnis einer großen Bevölkerungsstudie, unter Führung von Hans-Georg Joost, dem wissenschaftlichen Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) und Matthias Schulze von der Technischen Universität München. Die Studie könnte dazu beitragen, eine aktuelle Streitfrage unter Diabetologen zu klären.

Bereits vor sechs Jahren hatte die Amerikanische Diabetes Gemeinschaft empfohlen, den Grenzwert für einen gestörten Nüchtern-Blutzucker von 110 mg/dl auf den derzeit gültigen Wert von 100 mg/dl zu senken. Dabei orientiert sich der aktuelle Wert an bisherigen Forschungsergebnissen. Seit der Neuregelung im Jahr 2003 ist jedoch ein Streit unter den Experten entbrannt. Einige Mediziner halten den neuen Wert für zu niedrig, um Diabetes-Risikopersonen gezielt zu identifizieren. Wiederum andere plädieren dafür, jeglichen Schwellenwert zu streichen.

Um zur Klärung dieser Streitfrage beizutragen, werteten die Wissenschaftler um Hans-Georg Joost die Daten einer 589 Personen umfassenden und nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Teilgruppe der prospektiven Potsdamer EPIC-Studie* aus. Alle Personen der Teilgruppe waren zum Zeitpunkt der Blutentnahme nüchtern. In einem Beobachtungszeitraum von sieben Jahren erkrankten 153 der Personen an einem Typ-2-Diabetes.

Die Forscher beobachteten eine nicht-lineare Beziehung zwischen den Nüchtern-Blutzucker-Werten und dem Diabetesrisiko, wobei der Anstieg des Diabetesrisikos bereits im Normalbereich begann - ab einem Nüchtern-Blutzucker-Wert von 84 mg/dl.

"Ein Wert, über dem das Diabetesrisiko deutlich ansteigt, könnte einen sinnvollen Schwellenwert darstellen. Würde man allerdings den Wert von 84 mg/dl als Grenzwert verwenden, so wäre der Anteil der Menschen, die fälschlicherweise als Risikoperson eingestuft würden, mit 86,8 Prozent zu hoch. Der Wert wäre damit ungeeignet, um Hoch-Risiko-Personen zu identifizieren. Dagegen werden beim ehemaligen Schwellenwert von 110 mg/dl mehr als die Hälfte der Neuerkrankten nicht erkannt", sagt Matthias Schulze, Erstautor der Studie.

Nach der vorliegenden Studie liegt der statistisch optimale Cut-off bei einem Wert von 102 mg/dl. Dieser Wert kommt dem derzeitigen Grenzwert von 100 mg/dl sehr nahe. "Eine Klassifizierung nach dem derzeit festgelegten Grenzwert erscheint uns daher günstiger zu sein, um nicht zu viele Personen mit einem erhöhten Risiko von vornherein von Interventionsmaßnahmen auszuschließen", erklärt Schulze.

"Es geht uns nicht darum, einen großen Teil der Bevölkerung für 'krank' zu erklären, sondern darum, die notwendige Prävention sinnvoll anzuwenden", kommentiert Hans-Georg Joost. "Da unsere Daten auch nahe legen, dass eine genauere Risiko-Differenzierung über einen weiten Wertebereich des Nüchtern-Blutzuckers möglich ist, sollte jeder präventiven Maßnahme eine ärztliche, detaillierte Risikobestimmung vorangehen. Hierfür könnte der von uns entwickelte Deutsche Diabetes-Risiko-Test um die Variable 'Nüchtern-Blutzucker' erweitert werden. Darüber hinaus wäre der Test auch zur Erfolgskontrolle von Präventionsmaßnahmen geeignet."

Die *Potsdamer EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie mit mehr als 27.500 Studienteilnehmern/innen im Erwachsenenalter leitet Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Sie ist Teil der Gesamt-EPIC-Studie. Die EPIC-Sudie ist eine prospektive, 1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs und anderen chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes untersucht. An der EPIC-Studie sind 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern beteiligt.

Bei der Auswertung einer prospektiven Studie ist es wichtig, dass die Teilnehmer/innen zu Beginn der Studie noch nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Die Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung lassen sich so vor ihrem Entstehen erfassen, wodurch eine Verfälschung der Daten durch die Erkrankung weitestgehend verhindert werden kann - ein entscheidender Vorteil gegenüber retrospektiven Studien.

Die Forscher publizierten ihre Daten in der Fachzeitschrift Diabetic Medicine (Matthias Schulze et al.; 2009; DOI: 10.1111/j.1464-5491.2009.02919.x).

www3.interscience.wiley.com/journal/119818374/grouphome/home.html

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke


Von: R.Ho


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Die neue Präventionsbroschüre der DDS: [11-12-09]

"Was tun, damit ich (möglichst) gesund bleibe" - interessant auch für Menschen mit Diabetes Typ 2


Gesund sein und bleiben - das ist für die meisten Menschen ein großes Lebensziel, welches häufig durch persönliche Eigeninitiative erreichbar ist. Der Schlüssel für mehr Wohlbefinden und Gesundheit ist V³: persönliche Verantwortung und gesundheits-bewusstes Verhalten trotz üppiger Verhältnisse. Konkret und einfach gesagt: wir leben - unbewusst - zu sorglos und merken oft erst viel zu spät, wenn uns Zivilisations-bedingte Krankheiten ereilen, die wir durchaus hätten verhindern können.

Um diese Botschaft weiter zu verbreiten, hat das Team der DiabetesStiftung DDS eine Informationsbroschüre erstellt, die sich mit dem Thema Prävention durch Ernährung, Bewegung und Entspannung beschäftigt. Angesprochen wird die Allgemeinbevölkerung, besonders aber Risikogruppen wie Menschen mit Übergewicht (BMI 25-30) oder Menschen mit einem FINDRISK-Score bis 14 (geringes bis mittleres Risiko in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken).
Die Broschüre soll bei Gesundheitstagen in Betrieben oder an Versicherte durch Krankenkassen verteilt werden, bei Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung zum Einsatz kommen, zur Auslage in Hausarztpraxen und an Gesundheitsständen bei Kongressen und Tagungen bereit liegen sowie an interessierte Personen durch die DDS versandt werden.

Das 24-seitige Heft liefert wertvolle Tipps zu Ernährung, Bewegung und Entspannung und beantwortet viele Fragen aus dem täglichen Leben:
Was ist Prävention überhaupt und welche Formen der Prävention gibt es? Wie kann ich feststellen, ob mein Diabetes-Risiko erhöht ist? Was versteht man unter "Diabetes mellitus"?  Warum soll ich mich bewegen? Muss ich jetzt Leistungssportler werden? Muss ich eine Diät machen? Wer hilft mir weiter? Was zahlt meine Krankenkasse?
Auf diese und viele weitere Fragen liefert die Broschüre "Was tun, damit ich gesund bleibe?" Antworten und Ratschläge.

Kernbotschaft ist "Mut zur Veränderung": "Machen Sie den entscheidenden Schritt in die richtige Richtung - hin zu einer gesund erhaltenden Lebensgestaltung mit weniger Stress, einer wohlschmeckenden, ausgewogenen Ernährung und vor allem regelmäßiger körperlicher Bewegung - über das alltägliche Maß hinaus. Nur so kommt unsere aus dem Gleichgewicht geratene Energie-Bilanz wieder ins Lot."

Der Leser bekommt mit der Präventionsbroschüre der DDS eine kleine, praktische Anleitung und Orientierungshilfe mit Ratschlägen für Wohlbefinden und eine hoffentlich andauernde Gesundheit.
Die Druckausgabe dieser Präventionsbroschüre kann gegen eine Spende für Druckkosten und Versand direkt bei der DiabetesStiftung DDS per E-Mail an info@ich-will-keinen-spamdiabetesstiftung.de oder per Fax: 0800/ 987 65 65 angefordert, aber auch unter http://www.diabetesstiftung.de/broschueren.html heruntergeladen werden.


Von: R.Ho


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Selbstmessung bedeutet Motivation: die Rosso-Praxisstudie [04-08-09]

Wer seinen Blutzucker regelmäßig misst, kann seinen Lebensstil bei Bedarf regulieren. Dass dies positiven Einfluss hat, belegt die Rosso-Praxisstudie. Durch gesunde Ernährung und Bewegung können Patienten mit Typ-2-Diabetes bekanntlich ihre Blutzuckerwerte positiv beeinflussen.

Wenn diese Patienten dabei ihren Blutzucker regelmäßig selbst kontrollieren, können sie die Effekte ihrer Lebensweise sogar unmittelbar erfahren. Und das erhöht die Motivation, hat die ROSSO-Praxisstudie gezeigt.

In der Studie ist über einen Zeitraum von zwölf Wochen der Einfluss der strukturierten Blutzucker-Selbstkontrolle im Alltag auf den Lebensstil von Menschen mit Typ-2-Diabetes, die nicht mit Insulin behandelt wurden, untersucht worden.

Nach einem Aufruf in den Medien hatten sich 405 Interessierte für die Studie gemeldet, die vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ), den Sana Kliniken Düsseldorf geleitet wurde. 327 Teilnehmer absolvierten die Studie komplett.

Innerhalb von zwölf Wochen verloren die Teilnehmer durchschnittlich 2,3 Kilogramm Körpergewicht und konnten ihren Taillenumfang im Mittel um 4,2 Zentimeter verringern, berichtet Professor Stephan Martin, Ärztlicher Direktor des WDGZ und Leiter der Studie. Die tägliche Schrittzahl stieg im Schnitt von 6000 auf 8000. Der HbA1c-Wert sank von 6,7 Prozent auf 6,4 Prozent. Auch LDL-Cholesterinspiegel sowie systolischer und diastolischer Blutdruck verringerten sich im Mittel um 5,9 mg/dl und um 3,0 mmHg und 5,2 mmHg.

Die Teilnehmer der ROSSO-Praxisstudie hatten eine Broschüre mit Tipps und Anregungen erhalten, in der sie im Laufe der zwölf Wochen auch ihre Blutzuckermesswerte, Gewicht, Taillenumfang und Schrittzahl eintragen konnten. Zusätzlich bekamen sie ein Blutzuckermessgerät, 100 Teststreifen, Maßband und Schrittzähler zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe von selbst erstellten Tagesprofilen konnten die Patienten Veränderungen der Blutzuckerwerte und den Einfluss ihres Alltags unmittelbar erkennen. Die Broschüre für das Zwölf-Wochen-Programm für Menschen mit Typ 2 Diabetes steht jetzt auch den Praxen zur Weitergabe an Patienten zur Verfügung. (sto)

Interessenten können die Broschüre unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-99 88 783 von Montag bis Freitag von 14 bis 16 Uhr anfordern. Zudem ist sie im Internet unter www.chance-bei-diabetes.de herunterzuladen.


Copyright © Deutsche Ärztezeitung 04.08.09


Von: R.Ho_Kurator


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