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Betroffene mit Diabetes Typ 2 haben ihre Gesundheit selbst in der Hand

Mit ihrer "EigenInitiative" fördert die Stiftung "Chance bei Diabetes – Motivation zur Lebensstil-Änderung" die Eigenverantwortung der Patienten für ein gesundes Leben mit Diabetes. Die neue Initiative startet am 22. August 2006 und setzt beim Grundverständnis von Diabetes-Therapie und der Rolle der Patienten an – um die Gefahr von Folgeerkrankungen zu mindern und Menschen mit Diabetes zu einem gesunden Leben zu motivieren.

Signet EigenInitiative der Stiftung Chance bei Diabetes

Hamburg, 22. August 2006. Menschen mit Diabetes Typ 2 haben ein geringeres Risiko Folgeerkrankungen zu erleiden – wenn die Betroffenen selbst aktiv werden und ihren Blutzucker messen. Das ist das Ergebnis der ROSSO-Studie¹, die vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) durchgeführt wurde. Je eigenverantwortlicher Betroffene mit ihrer Stoffwechselstörung umgehen desto größer ist die Chance für ein langes und gesundes Leben mit Diabetes. Hier setzt die neue "EigenInitiative" an, die erste große Aktion der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes." Die Stiftung wurde im Februar von der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) und Prof. Dr. Stephan Martin, Leitender Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik am Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, gegründet. Sie verfolgt das Ziel, die Therapie von Diabetes Typ 2 mit Hilfe von nicht-medikamentösen Maßnahmen langfristig zu verbessern. "Wir brauchen eine ganz neue Sichtweise der Diabetes-Therapie. Der Patient selbst ist der zentrale Erfolgsfaktor," erklärt Prof. Dr. Stephan Martin, Kuratoriums-Vorsitzender der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes". "Der große Einfluss des eigenen Lebensstils bei der Behandlung von Diabetes Typ 2 war unsere Motivation, die Stiftung zu gründen und das Thema jetzt mit der "EigenInitiative" auf breiter Basis voranzutreiben."
 
Eigenverantwortung: Schlüssel zum Therapieerfolg
Mit ihrer "EigenInitiative" will die Stiftung Menschen mit Diabetes in ihrer Eigenverantwortung unterstützen und zu einem bewussten Umgang mit der Stoffwechselerkrankung motivieren. Die Initiative klärt Betroffene, ihre Angehörigen und Ärzte darüber auf, wie Patienten durch mehr Bewegung, bewusste Ernährung und eine ereignisgesteuerte Blutzucker-Selbstkontrolle langfristig Folgeerkrankungen vermeiden können. Hierfür entwickelte Professor Martin, zusammen mit anderen Autoren der ROSSO-Studie, konkrete Handlungsanweisungen, die Patienten individuell in ihrer Eigenverantwortung stärken und im Alltag Orientierung bieten. Sie sind in der Broschüre "Neustart Diabetes" zusammengefasst und genau erläutert. Der Schlüssel: Gezielte Änderungen des Lebensstils wirken sich bereits nach kurzer Zeit positiv auf den Blutzuckerwert aus und damit auf die Perspektive für ein gesünderes und längeres Leben mit Diabetes. Eine zentrale Maßnahme ist die so genannte ereignisgesteuerte Blutzucker-Selbstmessung, mit der der Messende die Auswirkungen zum Beispiel einer üppigen Mahlzeit oder ausgiebiger Bewegung auf den Blutzuckerspiegel direkt verfolgt.
Die ereignisgesteuerte Blutzucker-Selbstmessung macht Menschen mit Diabetes unmittelbar mit den Konsequenzen ihres Handelns vertraut. Die Blutzucker-Selbstkontrolle wird zum Motivationsfaktor und funktioniert als persönlicher Wegweiser im Alltag. "Hier können wir von der Typ 1-Therapie lernen" meint Professor Martin. "Heute ist die Blutzucker-Selbstkontrolle in der Therapie von Diabetes Typ 1 nicht mehr wegzudenken. Doch ein Blick in die Historie zeigt, dass sich Ärzte anfangs auch für diese Patientengruppe nur schwer mit dem Gedanken anfreunden konnten, dass der eigenverantwortliche Umgang des Patienten mit einem diagnostischen Instrument tatsächlich einen positiven therapeutischen Effekt erzielt."
 
Das neue Verständnis vom eigenverantwortlichen Patienten und der erfolgreichen Therapie durch aktives Selbstmanagement kann außerdem helfen, die Volkskrankheit Diabetes auch gesellschaftlich in den Griff zu bekommen. "Wenn unsere Programme greifen, dann sind neben der Erhöhung der Lebensqualität und Lebenszeit sogar rückläufige Therapiekosten für den Bereich des Diabetes Typ 2 zu erwarten," erklärt Professor Martin.
 
Fernsehmoderator Karl Moik – bekannt aus dem "Musikantenstadl" – unterstützt die Stiftung als Botschafter und macht Menschen mit Diabetes Typ 2 Mut, Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. "Ich kann aus eigener Erfahrung allen Betroffenen raten, ihren Diabetes nicht als Schicksal, sondern als Chance zu begreifen", sagt Prof. Karl Moik, selbst Typ 2 Diabetiker, der sein Leben nach dem Auftreten von Herz-Problemen erfolgreich umgestellt hat.
 
Gefördert wird die "EigenInitiative" von Roche Diagnostics. Neben innovativen Systemen zur Insulinpumpen-Therapie sowie zur Blutzucker-Selbstkontrolle entwickelt das Unternehmen unter der Marke Accu-Chek in Kooperation mit führenden Wissenschaftlern ein breites Portfolio von Produkten und Leistungen, das dazu beiträgt, die Gesundheit und Lebensqualität von Menschen mit Diabetes zu verbessern und den eigenverantwortlichen Umgang mit Diabetes zu unterstützen.


1 Bei der ROSSO-Studie (Retrolective Study Self-Monitoring of  Blood Glucose and Outcome in Patients with Type 2 Diabetes) wurden die Daten von 3.268 Typ 2-Diabetes-Patienten in Deutschland verglichen

Pressemitteilung als PDF-Datei




Fakten im Überblick

Die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung
– Chance bei Diabetes" in der DDS

Die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes" wurde von der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS), dem Diabetes-Experten Professor Dr. Stephan Martin und dem Publizisten Hans Lauber (Buchautor "Fit wie ein Diabetiker") im Februar 2006 gegründet und verfolgt das Ziel, Menschen mit Diabetes Typ 2 zu motivieren, das Potenzial nicht-medikamentöser Maßnahmen besser zu nutzen.

Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS)
Die Deutsche Diabetes-Stiftung ist eine gemeinnützige wohltätige Stiftung, die sich für die Bekämpfung des Diabetes mellitus einsetzt. Sie wurde 1985 gemeinsam von Betroffenen sowie Ärzten und Wissenschaftlern gegründet. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Forschungsförderung und die Aufklärung der Bevölkerung rund um das Thema Diabetes.

Professor Dr. Stephan Martin
Professor Dr. Stephan Martin ist Kuratoriums-Vorsitzender der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes" in der DDS. Der Diabetes-Experte ist Leitender Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf und setzt sich besonders für den eigenverantwortlichen Umgang mit Diabetes Typ 2 ein.

Kuratoren
Neben Prof. Dr. Stephan Martin gehören dem Kuratorium der Stiftung an:
Prof. Dr. Thomas Haak, Chefarzt Diabetes-Klinik Bad Mergentheim;
Prof. Dr. Lutz Heinemann, Profil Institut für Stoffwechselforschung, Neuss;
Reinhart Hoffmann, Beauftragter des Vorstands Deutsche Diabetes-Stiftung, München;
Prof. Dr. Rüdiger Landgraf, Vorsitzender Deutsche Diabetes-Stiftung, München;
Hans Lauber, Publizist und Buchautor;
Prof. Dr. Andreas F. H. Pfeiffer, Direktor Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam.

"Die EigenInitiative.
Mehr Eigenverantwortung für ein gesundes Leben mit Diabetes"

Die "EigenInitiative" ist die erste große Maßnahme der neu gegründeten Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes" in der DDS. Sie möchte Menschen mit Diabetes Typ 2 zu einem bewussten Umgang mit der Stoffwechselerkrankung motivieren und darüber aufklären, dass durch gesunde Ernährung, moderate Bewegung und regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes dauerhaft verbessert werden kann.

Die Broschüre "Neustart Diabetes"
Die Broschüre "Neustart Diabetes" möchte darüber aufklären, dass Menschen mit Diabetes Typ 2 ihre Gesundheit selbst in der Hand haben und sie in ihrer Eigenverantwortung unterstützen. Neben Hintergrundinformationen zum Diabetes Typ 2 bietet die Broschüre konkrete Anleitungen für den Einstieg in ein gesundes Leben mit Diabetes. Herausgeber der Broschüre ist die "EigenInitiative" der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes" in der DDS.

Hans Lauber
Hans Lauber gab mit seinem Buch "Fit wie ein Diabetiker" den Anstoß zur Stiftungs-Gründung. Darin schildert der frühere Medien-Manager, wie er seinen Diabetes als Chance erkannte und durch eine Kombination aus Messen, Essen und Laufen wieder in den Griff bekam. Der Erfolg gibt ihm recht – Hans Lauber kommt heute ganz ohne Medikamente aus. Seine Erfahrungen hat er in den Büchern "Fit wie ein Diabetiker. Messen, essen, laufen!" und "Schlemmen wie ein Diabetiker" zusammengefasst.

ROSSO-Studie
Die Ergebnisse der vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) durchgeführten ROSSO-Studie (Retrospective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome on Patients with Type 2 Diabetes) belegen, dass Menschen mit Diabetes Typ 2 länger leben und weniger Folgeerkrankungen erleiden, wenn sie aktiv in die Therapie mit einbezogen werden und ihre Blutzuckerwerte regelmäßig messen.

Diabetes Typ 2
Diabetes Typ 2 entwickelt sich meist bei älteren Menschen, aber auch immer mehr junge Menschen sind von dieser Form betroffen. Die Bauchspeicheldrüse produziert entweder nicht genügend Insulin oder der Körper ist unempfindlich gegenüber Insulin geworden (Insulinresistenz). Ursache sind meist ungesunde Lebensgewohnheiten wie reichliche und/oder falsche Ernährung sowie mangelnde Bewegung, die mit Übergewicht einhergehen. Man spricht deshalb auch von einer Lifestyle-Erkrankung.

Metabolisches Syndrom
In vielen Fällen ist Diabetes Typ 2 nur die Spitze eines Eisbergs von verschiedenen Stoffwechselstörungen, die unter dem Sammelbegriff "metabolisches Syndrom" zusammengefasst werden. Treten Diabetes oder seine Vorform, eine gestörte Glukosetoleranz, gemeinsam mit Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck auf, spricht die Medizin vom "metabolischen Syndrom". Schätzungsweise jeder vierte bis fünfte Erwachsene im Deutschland im Alter zwischen 45 und 65 Jahren ist vom metabolischen Syndrom betroffen. Aus einem metabolischen Syndrom ergeben sich erhöhte Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere schwere Folgeerscheinungen.

Fakten im Überblick als PDF-Datei



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