Gewicht verloren, HbA1c gesenkt und an Lebensqualität gewonnen: Aktivste Typ-2-Diabetikerin zeigt - das 12-Wochen-Programm der EigenInitiative wirkt

Düsseldorf (ots) - In drei Monaten zu besseren Blutzuckerwerten, weniger Gewicht und mehr Lebensqualität: Die Teilnehmer der ROSSO-Praxisstudie verloren im Schnitt 2,3 Kilogramm Gewicht und 4,2 Zentimeter Taillenumfang. Ab August 2009 können Interessierte das Programm kostenlos von Montag bis Freitag von 14 bis 16 Uhr unter 0800-99 88 783 anfordern.

734,5 Kilogramm Körpergewicht verloren die 327 Teilnehmer der ROSSO-Praxisstudie insgesamt mit Hilfe des 12-Wochen-Programms. Durch eine strukturierte Blutzucker-Selbstkontrolle, ausreichend Bewegung und ausgewogene Ernährung konnten sie den Blutzuckerlangzeitwert HbA1c durchschnittlich um 0,3 Prozentpunkte senken, was auf eine deutliche Verbesserung des mittleren Blutzuckerspiegels hinweist. Auch LDL-Cholesterinspiegel und Blutdruck verbesserten sich. Dies kann helfen, Folgeerkrankungen vorzubeugen. Die Teilnehmer legten zusammen mehr als zwölf Millionen Schritte zurück. Pro Person waren das etwa 8.000 Schritte täglich, über 2.000 mehr als vorher. Nicht in Zahlen ausdrücken lässt sich die dadurch gewonnene Lebensqualität.

Aktivste Typ-2-Diabetikerin Deutschlands

Unter allen Teilnehmern wurde Deutschlands aktivster Typ-2-Diabetiker ausgelost: Theresia Klemm-Lanig (49 Jahre) aus Bayern. "Durch die regelmäßige Kontrolle meines Blutzuckers und die Tipps aus dem 12-Wochen-Programm habe ich schnell verstanden, wie ich meine Werte in den Griff kriege. Die meisten Wege erledige ich zu Fuß und nehme die Treppe wann immer es geht."

Gesunde Ernährung und Sport senken Blutzuckerwerte

Die Erfolge zeigen: Die strukturierte Blutzucker-Selbstkontrolle kann der Schlüssel zu einem gesünderen Leben mit Typ-2-Diabetes sein. Mit Hilfe des behandelnden Arztes wurden zu Studienbeginn und -ende die Daten der 327 Teilnehmer erhoben. Zusätzlich erhielten sie neben Blutzuckermessgerät, Teststreifen und einem Schrittzähler eine praxisnahe Broschüre mit zahlreichen Alltagstipps. Dieses 12-Wochen-Programm der "EigenInitiative" erleichtert den Schritt zu einem eigenverantwortlichen und aktiveren Umgang mit Diabetes. Denn mit Blutzuckermessungen und der Dokumentation in Tagesprofilen in der Broschüre konnten die Studienteilnehmer den Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten, körperlicher Aktivität und ihren Blutzuckerwerten erkennen. Das motiviert, sein Leben mit Diabetes gesünder zu gestalten. "Ein solches Programm, das sich leicht in den Alltag integrieren lässt, gab es bislang nicht", erklärt Prof. Dr. Stephan Martin, Studienleiter und Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums, Sana Kliniken Düsseldorf. "2006 hat uns die erste ROSSO-Studie gezeigt, dass Menschen, die eigenverantwortlich mit ihrem Diabetes umgehen und ihren Blutzucker selbst kontrollieren, durchschnittlich länger leben und weniger Folgeerkrankungen bekommen. Das jetzt in der ROSSO-Praxisstudie getestete 12-Wochen-Programm hat gezeigt, dass die strukturierte Blutzucker-Selbstkontrolle im Alltag zu einer Lebensstil-Änderung und zu einer besseren Blutzucker-Einstellung beitragen kann. So bietet es Typ-2-Diabetikern die Chance, ein aktiveres Leben zu beginnen."

Blutzucker-Selbstkontrolle ermöglicht sofortiges Feedback

Interessierte erhalten mit dem 12-Wochen-Proramm der "EigenInitiative" eine Broschüre mit Anregungen für mehr Bewegung im Alltag, Ernährungs- und Rezepttipps sowie Motivationshilfen. Die gemessenen Blutzuckerwerte können in der Broschüre notiert und mit dem Arzt besprochen werden. Zur Durchführung des Programms sind ein Blutzuckermessgerät, Maßband und Schrittzähler notwendig. "Die Selbstkontrolle führt Typ-2-Diabetikern vor Augen, wie der Lebensstil ihre Blutzuckerwerte beeinflusst. Denn die Blutzuckermessung ermöglicht sofortiges Feedback. Wenn nach dem Genuss von Dessert, Kuchen oder Keksen der Wert steigt, durch Gartenarbeit aber sinkt, dann motiviert das ungemein", erklärt die Ernährungsexpertin Kirsten Metternich.

Bestellen: Das 12-Wochen-Programm für Typ-2-Diabetiker

Die "EigenInitiative" stellt Menschen mit Typ-2-Diabetes das in der die ROSSO-Praxisstudie erfolgreich getestete 12-Wochen-Programm unentgeltlich zur Verfügung. Interessenten können die Broschüre ab August 2009 im Call-Center der "EigenInitiative" unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-99 88 783 von Montag bis Freitag von 14 bis 16 Uhr anfordern oder auf www.die-eigeninitiative.de herunterladen.

Die Ergebnisse der ROSSO-Praxisstudie auf einen Blick

Die Gruppe aus 327 Teilnehmern mit Typ-2-Diabetes, die die ROSSO-Praxisstudie beendeten, erzielten im 12-wöchigen Studienzeitraum folgende - statistisch signifikante - Fortschritte (Durchschnittswerte):

  • 2,3 kg weniger Gewicht (BMI um 0,7 kg/m2 auf 31,5 kg/m2 verringert),
  • 4,2 cm weniger Taillenumfang,
  • Steigerung der täglich absolvierten Schritte um mehr als 2.000 auf 8.000 Schritte pro Tag,
  • Reduktion des Blutzuckerlangzeitwerts (HbA1c) von 6,7 % auf 6,4 %,
  • Verbesserung von Blutdruck und LDL-Cholesterinspiegel,
  • gesteigertes Wohlbefinden und höhere Lebensqualität.

Die "EigenInitiative" ist eine Aktion der Stiftung "Chance bei Diabetes - Die Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung - Chance bei Diabetes" wurde im Frühjahr 2006 unter Beteiligung von Prof. Dr. Stephan Martin, Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ), Sana Kliniken Düsseldorf, unter dem Dach der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS) gegründet. Mit ihrer Aktion "Die EigenInitiative. Mehr Eigenverantwortung für ein gesundes Leben mit Diabetes" motiviert sie Menschen mit Diabetes Typ-2 zu einem bewussten Umgang mit Diabetes. Mehr Informationen unter www.chance-bei-diabetes.de .

 

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Chance bei Diabetes –
Neue Stiftung setzt auf Lebensstil-Änderung

Düsseldorf, 24.02.2006

Von seinem eigenen Diabetes erfuhr der Fernsehmoderator Karl Moik vor rund zehn Jahren. Als er einen befreundeten Zahnarzt, der mit einem Schlaganfall im Krankenhaus lag, besuchte und sah wie schlecht es diesem ging, kam er ins Grübeln: "Wie bekommt man so etwas wie einen Schlaganfall?" Kurz darauf ergab der Check der Risikofaktoren bei ihm selbst einen Diabetes.

Die vom Arzt verordneten Tabletten nahm er jedoch nicht konsequent ein. "Ich hatte sie, aber nach einer gewissen Weile war es mir wurscht." Die Blutzuckerwerte stiegen daraufhin auch wieder an.
Genau vor zwei Jahren, als er am Rosenmontag auf dem Wagen der "Kölner Funken" mitfuhr, kam es dann zu den dramatischen Folgen seiner Diabetes-Erkrankung. Zunächst sei es ihm komisch gewesen, als er vom Wagen gekommen sei. Abends erlitt der beliebte Fernsehmoderator einen Herzinfarkt und bekam daraufhin drei Bypässe. "In der Reha-Klinik habe ich mir vorgenommen, jetzt wirst du ein aktiver Bua!"  Heute ist Karl Moik erster Botschafter der neu gegründeten Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes". Die Stiftung ist die jüngste "Tochter" der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS). Auf die Fahnen geschrieben hat sich die Stiftung, Menschen mit Diabetes dabei zu unterstützen, die Chance einer gesunden Lebensführung zu erkennen – und zu ergreifen. Die Botschafter erfüllen dabei eine Vorbildfunktion, um möglichst vielen von Diabetes Betroffenen vor Augen zu führen, dass man Diabetes nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern aktiv die Erkrankung managen kann.
 
Den Anstoß zu der Stiftung gab der Autor Hans Lauber mit seinem Buch "Fit wie ein Diabetiker". Darin schildert der ehemalige Medienmanager wie er seinen manifesten Diabetes als Chance begriff und mit der Dreifach-Kombination aus Messen, Essen und Laufen besiegte. Die Medikamente konnte er absetzen und hat heute normale Blutzuckerwerte. "Der Weg von Herrn Lauber ist ein Königsweg", kommentiert Prof. Martin, Kuratoriums-Vorsitzender der neuen Stiftung, "und viele Menschen könnten den gleichen Weg einschlagen." Nach Expertenmeinung wäre es für mindestens die Hälfte der neu diagnostizierten Diabetiker möglich, zumindest für einige Monate oder Jahre, allein durch Lebensstil-Änderung, – ohne Medikamente – die Krankheit gut zu managen. Dafür sprechen internationale Studien, die das Präventionspotenzial aufzeigen.
Auch Karl Moik hat sein Leben gemeinsam mit seiner Frau gründlich umgestellt und den Diabetes nun gut im Griff. Bei ihm ganz oben steht nun bewusste gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und  konsequente  Blutzuckerkontrolle.  Er  spritzt  regelmäßig, sein HbA1c liegt bei 6,8 und der Blutzucker zwischen 110 und 150 mg/dl. Besonders wichtig ist für Karl Moik auch, mit dem Diabetes offen umzugehen. "Man kommt sich vor wie ein Anonymer Alkoholiker, wenn man sagt man hat Diabetes", stellt Fernsehmoderator Karl Moik fest. Viele Menschen hätten da eine falsche Scham, über Diabetes zu sprechen. Die Stiftung setzt auf gezielte Aufklärung von Betroffenen und Ärzten.

Die erste große Maßnahme der Stiftung wird in Kürze eine Initiative sein, die Menschen mit Diabetes in ihrer Eigenverantwortung unterstützt und zu einem bewussten Umgang motivieren soll. "Wenn man es früh erkennt, kann man unendlich viel Gutes für sich tun", konstatiert Prof. Rüdiger Landgraf, Vorsitzender der Deutschen Diabetes-Stiftung. "Wenn unsere geplanten Programme greifen, dann sind neben der Erhöhung der Lebensqualität und Lebenszeit sogar rückläufige Medikamentenkosten für den Bereich Diabetes zu erwarten", prophezeit Prof. Stefan Martin.  
 
Quelle:
Kirsten Lindloff, Deutsche Diabetes-Klinik des Deutschen Diabetes-Zentrums an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung




Neue Stiftung zur Vorsorge bei Typ 2 Diabetes

Pressekonferenz 22.02.2006 in Düsseldorf


"Diabetes ist kein Schicksal, sondern eine Chance", sagt Prof. Stephan Martin. Der Leitende Oberarzt der Deutschen Diabetes-Klinik, Düsseldorf, ist Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung "Motivation zur Lebensstil-Änderung – Chance bei Diabetes" in der DDS. Die neu gegründete Stiftung in der Deutschen Diabetes-Stiftung hat das Ziel, Diabetiker zu motivieren, ihre Erkrankung mit nicht-medikamentösen Maßnahmen selbst zu behandeln.

Den Anstoß zu der Stiftung gab der Autor Hans Lauber mit seinem Buch "Fit wie ein Diabetiker". Darin schildert der frühere Medien-Manager, wie er seinen manifesten Diabetes als Chance begriff und durch eine Kombination aus Messen, Essen und Laufen besiegte. Dank großzügiger Spende von 50 000 Euro eines bekannten (aber nicht genannt werden wollenden) Wohltäters kann die Stiftung nun ihre motivierende und aufklärende Arbeit starten.

"Ein Königsweg ist der Weg von Hans Lauber", so Stephan Martin, "und es können ihn viel mehr Menschen gehen als vermutet". Nach Schätzungen von Experten können mindestens die Hälfte der neu diagnostizierten Diabetiker ihre Stoffwechselstörung allein durch eine Änderung des Lebensstils – ohne Medikamente – in Griff bekommen. Gestützt wird diese Einschätzung durch internationale Studien, die belegen, welches Präventionspotential in einer Änderung des Lebensstils liegt. Die epidemie-artige Ausbreitung des Typ 2 Diabetes, so die Deutsche Diabetes-Stiftung, sieht 10% der Bevölkerung von Diabetes betroffen; über 6 Mio. sind in Behandlung – viele davon können ihre Situation durch Lebensstil-Änderung verbessern.

"Für Prävention ist es nie zu spät", bestätigt Prof. Martin. Als Beweis führt er Karl Moik an, den ersten Botschafter der neuen Stiftung. Der prominente und beliebte Gastgeber der Volksmusiksendung "Musikantenstadl" hat die Dramatik des Diabetes erst erkannt, als er in Folge einen Herzinfarkt erlitten hatte. Darauf hin stellte er sein Leben gemeinsam mit seiner Frau um, misst regelmäßig seinen Blutzucker, hat seine Eßgewohnheiten geändert und bewegt sich vor allem auch viel mehr. Von seiner neuen Einstellung wird er persönlich berichten.

Ziel der neuen Stiftung ist, mit Hilfe der Medien die möglichen Maßnahmen zur Motivation für die persönliche "Chance bei Diabetes" bekannt zu machen und zu fördern. Die Botschafter werden ihre Vorbildfunktion meinungsbildend in der Öffentlichkeit einsetzen, um so vielen Diabetikern wie möglich deren persönliche "Chance bei Diabetes" vor Augen zu führen.

Als erste große Maßnahme der Stiftung wird in Kürze die Initiative "Lebenswert – mehr Eigenverantwortung für ein gesünderes Leben mit Diabetes" umgesetzt. Damit soll den Betroffenen gezeigt werden, dass sich gezielte Änderungen des Lebensstils schon in kurzer Zeit positiv auf den Blutzucker auswirken – mit der Perspektive für ein gesünderes und längeres Leben. "Wenn unsere geplanten Programme greifen, dann sind sogar rückläufige Medikamentenkosten für den Bereich des Diabetes zu erwarten", prophezeit Stephan Martin.

Neben St. Martin gehören dem Kuratorium der Stiftung an: Prof. Thomas Haak, Chefarzt Diabetes-Klinik Bad Mergentheim; Prof. Lutz Heinemann, Profil Institut für Stoffwechsel-forschung, Neuss; Reinhart Hoffmann, Beauftragter des Vorstands Deutsche Diabetes-Stiftung; Prof. Rüdiger Landgraf, Vorsitzender Deutsche Diabetes-Stiftung; Hans Lauber, Publizist, Autor von "Fit wie ein Diabetiker" und "Schlemmen wie ein Diabetiker".